Inhaltsangabe

In dem Film zeigt Regisseur Renato Martins das emotionale Porträt der kubanischen Familie Torres. Die Familie besteht aus vier Generationen, die die gesamte Entwicklung der kubanischen Revolution in den letzten 50 Jahren durchlebt hat. Was ist aus den Anliegen, Träumen und Hoffnungen der Revolution geworden? Was wird die Zukunft bringen? Über sieben Jahre wurde die Familie Torres vor Ort in Havanna gefilmt. Der Regisseur begleitete den Alltag der Familie und ihrer Freunde, erlebte sie bei den Herausforderungen des täglichen Lebens. Wenn der Strom ausfällt, das Wasser nur mit Trickserei fließt, wenn man sich darüber wundert dass es auch nach 40 Jahren nur eine Sorte Brot zu kaufen gibt;wie schmerzhaft es ist, wenn der Sohn das Land verlässt und aus den USA nicht wiederkehrt;aber auch viel Liebe und Patriotismus für das Land, die Heimat, die Revolution sich offenbart. Renato Martins Film dokumentiert all dies ohne Wertung, mit viel Sensibilität, ganz nah an den Menschen, ihrer Situation, ihren Gefühlen.

zitty-Kritik 01/2012

Dokumentarfilm

Dass die Versorgungslage nach der Revolution schwierig war, dafür hat die Kubanerin Miriam Torres Verständnis. Dass es aber auch ein halbes Jahrhundert später immer noch an vielem hapert, kann die pensionierte Lehrerin nicht verstehen. Doch die Mutter einer Großfamilie weiß, dass sie auf eines zählen kann: die Solidarität der Mitbürger. Kein Wasser? Dann wird das eben via Gartenschlauch vom Nachbarhaus gezapft. Auch wenn die resolute Dame dazu eine halsbrecherische Klettertour über Stühle und Podeste absolvieren muss, kubanische Nachbarschaftshilfe gehört zum selbstverständlichen Alltag. Nicht jeder aber findet sich mit dem Mangel ab: Sohn Julio ist über Mexiko in die USA geflohen. Sein 92-jähriger Opa Pipo, ein Revolutionär der ersten Stunde, richtet seine Hoffnungen nun auf den Urenkel Diego, den klugen Sohn von Miriams Tochter Yulme, die nach ihrer Scheidung mit den beiden Enkeln zu Mutter Torres zurückgezogen ist.

Diese vielköpfige Familie hat der brasilianische Regisseur Renato Martins sieben Jahre lang mit der Kamera begleitet. Herausgekommen ist dabei ein Film, der von Wünschen, Ängsten und der Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung handelt. Ein Film, der zeigt, dass man auch im Sozialismus arbeitslos werden kann. Vor allem aber ist es ein Film, der die Bedeutung des Mikrokosmos Familie feiert. Friedhelm Teicke