Abschied von den Fröschen - Farewell to the Frogs
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zitty-Kritik 06/12
In den Sixties drehte er mit „Es“ einen der ersten, besten und auch kommerziell erfolgreichsten deutschen „Jungfilme“ und schuf mit „Quartett im Bett“ einen der bis heute fröhlichsten Berlin-Werke. In den 80ern gründete er den erfolgreichen Radiosender „Hundert,6“, in den 90ern den erfolglosen Regionalfernsehsender „IA“. 1998 starb Ulrich Schamoni, erst 58 Jahre alt, an Leukämie.
Jetzt hat seine Tochter, die Fotografin Ulrike Schamoni, aus dem 170 Stunden umfassenden Videotagebuch, das ihr Vater in seinen letzten Jahren führte, diesen Film zusammengestellt. Meist im Bademantel oder ähnlich leger gekleidet, dokumentiert Ulrich Schamoni – eifrig Zigarren schmauchend – den Alltag in seinem vollgestopften Haus im Grunewald, zeigt Impressionen aus seinem Garten, plaudert über ein von ihm verfolgtes Projekt um Hermann den Cherusker oder die nervigen Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Wenngleich zunehmend von der Krankheit überschattet, wirkt das Gezeigte über weite Strecken wie ein Zeugnis entspannten Müßiggangs und damit fast wie ein kleines Remake von Schamonis Film „Chapeau claque“ (1974). Ergänzt um Ausschnitte auch aus seinen anderen Werken und weiteres dokumentarisches Material entstand das kurzweilige Porträt eines bedeutenden Berliner Regisseurs, der den Eindruck erweckt, mindestens ebensoviel Zeit damit zu verbringen, das Leben einfach zu genießen, wie Filme zu machen.
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