Als die Portugiesin Anabela Campos-Neves im Jahr 2008 das Café Gusto übernahm, ging es ihr nur darum, ihr Stammcafé zu erhalten, das geschlossen werden sollte. Ein durchdachtes gastronomisches Konzept hatte die ehemalige Köchin aus dem Jolesch noch nicht. Nun wurde es Zeit auch den Namen des kleinen Restaurants zu ändern: „Anabelas Kitchen“ nennt sie es selbstbewusst und bereitet ebenso selbstbewusst nur zu, was Saison und Markt gerade bieten, und auf was sie Lust hat. Die übersichtliche Speisekarte überschreitet europäische Landesgrenzen, Anabela kocht mal portugiesisch-klassisch, mal österreichisch-deftig wie einst im Jolesch, mal deutsch-modern wie im Sternerestaurant. Und so bestellt man nach der hervorragenden Pfälzer Blutwurst mit Rahmsauerkraut und Speckkartoffeln (8,50 Euro), die als Vorspeise serviert wird, zarten mediterranen Lammrücken mit Polenta und grünen Bohnen (18 Euro) oder perfekt geschmorten Ochsenschwanz mit feinem Rote-Bete-Kartoffelstampf und geschmorten Petersilienwurzeln (18,50 Euro). Auf der Weinkarte geht es entsprechend grenzüberschreitend weiter, neben einem Tinto Val de Clara aus dem Douro (0,2 Liter 5,50 Euro) wird ein interessanter holziger 2007er Bio-Spätburgunder vom Weingut Battenfeld-Spanier aus Rheinhessen serviert (Flasche 26 Euro). Der überrascht und ist, ebenso wie die mutige Küche, einfach empfehlenswert.