Inhaltsangabe

Der neunzehnjährige Roman Kogler steht kurz vor seiner möglichen vorzeitigen Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt. Doch Roman hat schlechte Karten - verschlossen, einzelgängerisch, ohne familiären Anschluss, scheint er für eine Sozialisierung unfähig. Ausgerechnet der Freigängerjob bei einem Bestattungsunternehmen führt Roman über den Umweg Tod zurück ins Leben.

zitty-Kritik 25/2011

Roman Kogler, 19 Jahre alt. Erst Heimkind, jetzt Insasse einer Jugendstrafanstalt in der Wiener Peripherie. Einigermaßen frei fühlt er sich nur beim Tauchen im Gefängnis-Schwimmbad. Und manchmal in der Regionalbahn auf dem Weg zu seinem Freigängerjob bei der städtischen Bestattung. Ausgerechnet. Dort wird er von den Kollegen (unter ihnen Georg Friedrich, ambivalent lieb) zwar erst misstrauisch beäugt, erfährt aber endlich so etwas Ähnliches wie Verständnis, abseits vom professionellen Interesse der Bewährungshelfer und Sozialarbeiter.

Karl Markovics ist kein Michael Haneke und kein Ulrich Seidl. Dennoch ist der Debütfilm des großartigen österreichischen Schauspielers („Die Fälscher“) von dieser Wiener Schule der Tristesse geprägt. Graues Wien, graue U-Bahn, grauer Friedhof – und bunt ist nur das Werbeplakat. Ein paar weniger dick aufgetragene Metaphern wie Vögelchen freilassen hätten dem Film gut getan. Trotzdem: Der österreichische Beitrag fürs Rennen um die Nominierung für den Auslands-Oscar ist ein versöhnlicher, menschenfreundlicher Film. Mit tollen Schauspielern, allen voran Thomas Schubert als Roman. Ein Blick in sein Gesicht und das ganze Drama dieses schweigsamen Teenagerlebens offenbart sich. Anna Mayrhauser