zitty-Kritik 23/2011

„Californian Breakfast Slam“ klingt ja im Prinzip cool. In stiller Vorfreude auf Pancakes, French Toast und Bacon begeben wir uns an einem Samstagvormittag zur Bar „Lagari“. Das gastronomische Konzept des „Slam“ stammt vom Kalifornier Patrick Blasa und seinem schottischen Sous-Chef Duncan Passmore und ist nicht an einen festen Ort gebunden. Bisher lockten sie mit ihrem Frühstückscafé etwa in Locations wie dem „7000“ oder dem „San Remo“, Anfang September zogen sie in nun den Reuterkiez um.

Die Bar und das Personal wirken hip: schlichte Bänke, schwache Beleuchtung, Konzert- und Kinoplakate an den Wänden sowie karierte Tischdecken auf dunklem Holzmobiliar. Wir besetzen einen Tisch im vorderen Gastraum und warten: Nach 20 Minuten kommt endlich einer der vier Kellner. Wir bestellen „Apparition Pancakes“ (4,90 Euro) und die „Black Bean Huevos Rancheros“ (7,50 Euro). Klingt toll, aber auch darauf müssen wir wieder eine Dreiviertelstunde warten.

Immerhin, beide Gerichte überzeugen: Die Blaubeer-Pancakes werden mit Nüssen sowie kanadischem Sirup serviert und sind in Konsistenz und Süße perfekt. Das Rezept für die Huevos stammt aus Mexiko: Spiegeleier nach Farmerart, serviert mit schwarzen Bohnen und gehackten Tomaten, perfekt gewürzt. Bohnen und Salsa sind zwar sehr scharf, einen sanften Ausgleich liefern jedoch die Guacamole und die Tortillas. Die Kellnerin erklärt später, der Bon sei vergessen worden und bietet uns als Entschuldigung zwei Freigetränke an. Leider werden die dann prompt auch noch vergessen – und erst auf unsere erneute Nachfrage hin serviert: zwei „Blood Orange Mimosas“, sehr erfrischende Brunch Cocktails mit Prosecco und Blutorangensaft.

So gut sich die Qualität der Speisen und Getränke beim „California Breakfast Slam“ zeigt, der Service glänzt durch schlampige Inkompetenz. Das mag an neuem Personal im neuen Ambiente liegen, unter cooler Hipness stellt man sich aber etwas anderes vor. Schade. Katharina Nickel