Beschreibung

Im Zusammenhang mit Marcus Vetters Film "Das Herz von Jenin" entstand der Traum, ein altes Kino im palästinensischen Jenin zu einem Kulturzentrum aufzubauen. "Cinema Jenin" begleitet das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung.

Inhalt

Es ist das Herzensprojekt des Filmemachers Marcus Vetter und vieler weiterer Unterstützer. CINEMA JENIN ist nun schon der dritte eindrucksvolle Dokumentarfilm, der dabei entsteht. Der Traum, das alte Kino in Jenin in der Westbank wieder zu einem Kulturzentrum aufzubauen, entstand im Zusammenhang mit dem bewegenden Dokumentarfilm DAS HERZ VON JENIN, der u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2010 als Bester Dokumentarfilm und dem "Cinema for Peace Award" ausgezeichnet wurde.

zitty-Kritk 14/2012

Ein deutscher Regisseur dreht einen Film im Flüchtlingslager Jenin in der Westbank. „Das Herz von Jenin“ über einen palästinensischen Vater, der die Organe seines erschossenen Sohnes spendete, ging um die Welt. Doch in Jenin selbst konnte er nicht gezeigt werden. Die Stadt hat seit Jahren kein Kino mehr. Hier setzt der Dokumentarfilm an. Marcus Vetter, der Regisseur, und Ismael Khatib, Vater des erschossenen Jungen, sowie viele enthusiastische Helfer eröffnen das zerstörte Kino der Stadt neu – ein Mammutprojekt. Bis heute ist die Existenz des Kinos nicht gesichert. „Cinema Jenin“ ist die filmische Aneinanderreihung von Problemen, an denen sich das internationale Team abarbeiten muss. Khatib steigt während des Gaza-Krieges aus dem Projekt aus. Was kann ein Kino in Zeiten des Krieges leisten? Anfangs versucht Vetter vergeblich, die Politik aus allem heraus zu halten. „Alles, was man im Krieg macht, ist politisch“, wird er später resümieren. Vetter erzählt aus seiner deutschen Perspektive. Deshalb wirken die Widerstände gegen das Projekt auf den hiesigen Seher mitunter befremdlich. Zum Beispiel sprechen sich Jeniner gegen die Einladung von Israelis zur Kinoeröffnung aus. Doch in den Szenen, in denen Araber ihre Positionen erklären, eröffnen sich immer wieder überzeugende Sichtweisen. Daneben bleiben von diesem ernsten Film auch die poetischen Bilder des staubigen und verlassenen Kinosaals während der Renovierung im Gedächtnis.