Dame, König, As, Spion
Inhaltsangabe
Eine missglückte Aktion des britischen Geheimdienstes in Budapest hat politische Folgen: Der langjährige MI6-Chef "Control" (John Hurt) und seine rechte Hand George Smiley (Gary Oldman) müssen ihren Hut nehmen und eine junge Generation um den intriganten Percy Alleline (Toby Jones) übernimmt die Macht. Im "Circus", wie der Auslandsgeheimdienst von seinen Agenten genannt wird, brechen neue Zeiten an. Nur wenige Monate später wird Smiley reaktiviert: Im direkten Auftrag der Regierung soll er einem ungeheuren Verdacht nachgehen, den der mittlerweile gestorbene Control gehegt hatte: Gibt es an der Spitze des Circus einen Maulwurf des sowjetischen KGB? Fünf Männer hatte Control auf seiner Liste: den neuen Chef Percy Alleline, den selbstbewussten Bill Haydon (Colin Firth), den altgedienten Roy Bland (Ciarán Hinds), den Bürokraten Toby Esterhase (David Dencik) und seinen Ziehsohn Smiley selbst. Smiley ist schockiert, dass Control ihn des Verrats für fähig hielt. Zusammen mit dem jungen Agenten Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) ermittelt Smiley fortan in den eigenen Reihen. Um den Verräter zu finden, darf er keinen Staub aufwirbeln und muss sich auf seinen Verstand und alte Freunde verlassen. Viele Spuren verlaufen im Sand, bis schließlich der junge Agent Ricki Tarr (Tom Hardy) aus einem Einsatz in Istanbul einen entscheidenden Hinweis mitbringt. Smiley ahnt: Wer immer der Maulwurf im Gewimmel der Gänge des Circus ist er ist Smiley um mehrere Züge voraus. Denn hinter ihm steht Karla, der brillante Stratege des KGB, der genau um Smileys größte Schwäche weiß.
zitty-Kritik 03/2012
Agententhriller
Der Feind ist längst im Inneren. Es ist die Mutter aller Geheimnisse, mit der die britische Agentenlegende George Smiley konfrontiert wird: ein Verräter in den höchsten Kreisen des Geheimdienstes. Nachdem Smiley vor einigen Monaten schmachvoll entlassen wurde, reaktiviert ihn der Minister und gibt ihm einen letzten Auftrag: Finde den Feind in den eigenen Reihen. Es gibt nur wenige Menschen, auf die Smiley sich verlassen kann.
John Le Carrés Politthriller aus dem Jahr 1974 basiert locker auf dem Fall der Cambridge Five, einem Spionagering des KGB, der die britischen Dienste bis in allerhöchste Positionen infiltriert hatte. Es ist ein kompliziert aufgebauter Roman mit einem schwer überschaubaren Figurenensemble und einer trickreich in Rückblenden konstruierten Handlung. Die legendäre BBC-Miniserie aus dem Jahr 1979 mit Alec Guinness in der Rolle des Smiley brauchte fünf Stunden, um den inhaltlichen Faden aufzudröseln. So viel Zeit nimmt sich der Kinofilm nicht, gute zwei Stunden führt er den Zuschauer in den tiefsten Winter des Kalten Krieges. Das heißt, man muss verdammt aufpassen, um all die Volten und Haken der Handlung nachzuvollziehen.
Zusammengehalten wird der Film von dem erstaunlichsten Ensemble britischer Schauspieler, das es in den letzten Jahren im Kino zu sehen gab, allen voran Gary Oldman, der den Smiley mit äußerster Zurückhaltung, fast schon zerbrechlicher Vorsicht spielt. An seiner Seite junge Mimen wie Benedict Cumberbatch (aus der BBC-Serie „Sherlock“), der extrem wandlungsfähige Mark Strong und der Newcomer des Jahres, Tom Hardy („Inception“). Dazu gesellt sich eine Ausstattung und eine Kamera, die das 70er-Jahre-Gefühl perfekt macht, von der Tapete und den Telefonen bis hin zu den verblichenen Farben und dem etwas grobkörnigen Filmmaterial. Erstaunlicherweise hat sich dieser Film, der neben dem Mitfiebern vor allem zum Mitdenken einlädt, in Großbritannien und den USA zum Riesenhit gemausert. Ein Labyrinth des Verrats, ein angenehm altmodischer Film, ein stimmungsvolles Meisterwerk. Lutz Göllner
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