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Aufgrund des massiven Wirbels, den der Bourne-Skandal hervorgerufen hat, ist das CIA gezwungen, die "Operation Outcome" - den Nachfolger der Jason-Bourne-Operation - fürs Erste auf Eis zu legen. Aaron Cross ist einer der "Outcome"-Agenten. Er wacht in Gefangenschaft auf und stellt fest, dass er genau wie der Rest der Abteilung eliminiert werden soll. Er beschließt, seine Kollegen zu retten und findet eine Verbündete in der Ärztin Stephanie. Ihnen auf den Fersen ist allerdings der CIA-Agent Byer, der das Duo unter allen Umständen stoppen will.

zitty-Kritik

Bourne rennt wieder. Aber wem wir eine halbe Ewigkeit dabei zusehen, wie er in Alaska Wölfe vertreibt, in Eiswasser taucht und über Höhen kraxelt – das ist nicht Jason Bourne. Dieser stahlharte Überlebenskünstler ist nicht Matt Damon mit Bart, sondern ein neuer Bourne namens Aaron Cross, gespielt von Jeremy Renner („Tödliches Kommando“, „The Avengers“). Cross kommt aus dem gleichen Superagentenstall wie Bourne und gerät wie dieser ins Schussfeld der eigenen Firma (plus etlicher anderer Geheimdienste, Gesetzeshüter und Totschläger). Cross überlebt einen Drohnenangriff, kämpft gegen noch mehr Wölfe und rettet bald darauf Dr. Marta Shearing (eine Augenweide: Rachel Weisz) vor einem Killerkommando.

Die Geheimorganisation Treadstone hat nämlich Angst vor schlechter Presse und ihr Kopf Eric Byer (Edward Norton) beschlossen, sämtliche Agenten und Mitwisser eines höchst unmoralischen Projekts auszuknipsen. Fortan sind Cross und Shearing gemeinsam auf der Flucht vor allen anderen und werden weltweit per Überwachungskameras und anderem High-Tech-Schnickschnack bis auf die Philippinen verfolgt. In Manila braut Marta ein Gegengift für Cross zusammen, mit dessen Hilfe der Gehetzte endlich seine blauen und grünen Supertabletten absetzen und trotzdem noch schneller und unermüdlicher Rennen-Springen-Ballern-Rasen-Knochenbrechen kann als zuvor – bis die Hatz auf einer romantischen Dschunke ein (vorläufiges?) Ende findet.

Den Fans der als Trilogie angelegten Bourne-Reihe stellt sich bei diesem vierten Teil die große Frage: Bourne ohne Damon, geht das? Angeblich stand Matt Damon nicht mehr zur Verfügung, nachdem Paul Greengrass, der Regisseur der beiden ­letzten Ausgaben des Bourne-Franchise, sich im Streit vom Produktionsstudio trennte. Auftritt Regisseur Tony Gilroy („Michael Clayton“) und Damon-Nachfolger Jeremy Renner. Renner – keine Witze mit Namen! – ist eine ähnliche Kante wie Damon und hetzt ebenso unermüdlich wie sein Vorgänger vom Vor- bis zum Abspann. Nur geht diesem genmanipulierten Agenten zwischendurch die Puste aus, weil die Tabletten alle sind – zumindest die blauen und die grünen. Eine Warnung dürfen wir Zuschauer aus ­diesem wie immer absichtsvoll wirren und mit ermüdenden Verfolgungsjagden überfrachteten Genmutantenthriller getrost mit nach Hause nehmen: Auf gar keinen Fall die dreieckigen gelben Tabletten essen! Gerald Jung