Das Haus auf Korsika
Drama
Beschreibung
Als Christina von ihrer Oma ein Haus auf der Insel Korsika erbt, drängen ihr Freund und dessen Familie zum schnellen Verkauf. Doch Christina denkt nicht im Traum daran und macht sich viel lieber aus dem kalten Belgien auf den Weg in den Süden.
Inhalt
Christina ist fast 30, lebt seit 10 Jahren mit ihrem Freund zusammen und jobbt lustlos in der Pizzeria ihres 'Schwiegervaters' in der kleinen italienischen Kolonie der belgischen Bergarbeiterstadt Charleroi. Eines Tages erbt Christina von ihrer Oma ein Haus auf der Insel Korsika, von dem die Familie nichts wusste. Alle drängen Christina zum schnellen Verkauf. Doch Christina denkt nicht im Traum daran und macht sich lieber selbst auf den Weg in den Süden. Schließlich hofft sie hat sich ihre Lieblingsoma vielleicht etwas dabei gedacht, sie nach Korsika zu schicken. Doch das Haus entpuppt sich als eine echte Bruchbude mitten in der Wildnis. Ungewohnt herb ist nicht nur die Natur, auch die verschlossenen Nachbarn machen Christina den Anfang nicht leicht. Doch die frische Luft der korsischen Berge tut ihr gut. Sie möchte das Haus wieder bewohnbar machen. Plötzlich ist jeder weitere Tag ein Geschenk. Und natürlich gibt es noch eine Geschichte, die das Haus erzählen soll.
zitty-Kritk 15/2012
Unglaublich: Die Oma hatte ein eigenes Haus auf Korsika! Keiner in der belgischen Familie wusste davon. Und genau diese Immobilie hat sie nun ihrer Enkelin Christina vererbt, die sich bis zu Großmutters Tod so liebevoll um sie gekümmert hatte. Die 30-Jährige ist perplex – und beschließt, ihren neuen Besitz umgehend zu besichtigen. Nur weg aus der grauen Industriestadt Charleroi, vom Job in der
Pizzeria, weg vom mäkelnden Vater und dem Freund, der sie nicht versteht. Auf der Mittelmeerinsel angekommen muss Christina feststellen, dass es sich bei ihrem Haus um eine Bruchbude handelt. Die liegt auch nicht am Strand, sondern oben in den Bergen, in einem kleinen Ort mit den legendär eigenwilligen Korsen. Doch mit dem neuen Nachbarn Pascal kommt Christina ganz gut klar, allmählich wird ihr bewusst: Dieses Haus soll ihre neue Zukunft sein.
Das Schönste an diesem zurückhaltend inszenierten Werk von Pierre Duculot ist das Unspektakuläre. Hier gibt es keine großen Geheimnisse zu lüften, hier biegt nicht plötzlich der tolle Lover um die Ecke. Duculot erzählt mit wunderbaren Naturaufnahmen vom Neuanfang einer jungen Frau, der man mit viel Sympathie bei ihren vorsichtigen ersten Schritten in ein neues Leben zusieht. Duculot beobachtet seine Protagonistin sehr genau und lässt dem Zuschauer gleichzeitig viel Raum, sich in der betörenden Landschaft der korsischen Berge zu verlieren und über eigene Chancen zur Veränderung zu sinnieren. Ein schöner, leiser Film.
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