Das Schwein von Gaza
Nahostkonflikt
Inhalt
Der Fischer Jafaar hat es nicht leicht: Statt großer Fische geht ihm bloß Unrat und plötzlich sogar ein Schwein ins Netz, das in der stürmischen letzten Nacht von einem Frachter gefallen war. Nun hat Jafaar ein gewaltiges Problem, denn Schweine gelten in Gaza als unreine Tiere und sind mehr als unerwünscht darin sind sich die jüdische und die palästinensische Bevölkerung ausnahmsweise einig. Der Unglücksrabe Jafaar versucht alles, um das lästige Schwein schnellstmöglich los zu werden und beginnt dabei einen skurrilen, aber nicht ungefährlichen Handel, der seine klägliche Existenz verbessern wird.
Beschreibung
Der Fischer Jafaar hat es nicht leicht: Statt großer Fische geht ihm bloß Unrat und plötzlich sogar ein Schwein ins Netz. Weil Schweine in Gaza als unreine Tiere gelten, hat Jafaar ein Problem. Er muss das lästige Schwein schnellstmöglich los zu werden.
zitty-Kritik 16/2012
„When Pigs Have Wings“ – das ist der Originaltitel dieser leisen Nahostkonflikt-Komödie. Und der passt auch viel besser. Ein vietnamesisches Hängebauchschwein geht dem chronisch verschuldeten, palästinensischen Fischer Jafaar ins Netz. Ausgerechnet ein Schwein, ein unreines Tier! Fortan hat er damit zu tun, den ungeliebten Fang vor seiner Frau zu verstecken und sich zu überlegen, wie er aus dem Schwein irgendwie Geld machen könnte. Jafaar zieht dem Schwein Söckchen an, denn es darf weder palästinischen noch israelischen Boden berühren, und wäscht sich deutlich gründlicher als sonst. Das Schwein einfach zu töten, bringt der sanfte Mann nicht übers Herz. Und dann soll ausgerechnet er mit Hilfe des Tiers ein Selbstmordattentat auf eine jüdische Siedlung begehen.
In grobkörnigen und realistischen Bildern erzählt der französische Regisseur Sylvain Estibal eine märchenhafte Geschichte: surreal und hart zugleich. Dabei lässt sich Estibal auf keine Klischees ein: keine vollbärtigen Islamisten, keine unterdrückten Frauen. Der irakisch-israelische Schauspieler Sasson Gabay („Die Band von nebenan“) spielt den Palästinenser Jafaar, die italienisch-tunesische Myriam Tekaïa eine jüdische Siedlerin. Einen hübschen kleinen Auftritt hat auch Ulrich Tukur als herumwütender UN-Beamter mit dem schönen Namen Herr Schauerland.
„When Pigs Have Wings“, F/D/B 2011, 98 min, R: Sylvain Estibal, D: Sasson Gabay, Baya Belal, Myriam Tekaïa, Gassan Abbas, Kinostart: 2.8.
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