Das verflixte 3. Jahr
Beziehungskomödie
Inhalt
Marc Marronnier (Gaspard Proust), tagsüber ein von der Welt gelangweilter Literaturkritiker, abends ein scharfzüngiger und feierwütiger Gesellschaftskolumnist, lässt sich von seiner Frau Anne scheiden. Zu diesem Zeitpunkt ist er sich vollkommen sicher, dass wahre Liebe "das verflixte dritte Jahr" nie überdauern kann. Sogar ein Pamphlet hat er als Beleg seiner These geschrieben, allerdings unter Pseudonym. Als er auf einer Familienfeier der schönen Alice (Louise Bourgoin) begegnet, gerät seine Überzeugung jedoch schwer ins Wanken.
Beschreibung
Marc ist sich nach der Scheidung von seiner Frau vollkommen sicher, dass wahre Liebe "das verflixte dritte Jahr" nie überdauert. Als er auf einer Familienfeier der schönen Alice begegnet, gerät seine Überzeugung jedoch schwer ins Wanken.
zitty-Kritik 15/2012
Ganze drei Jahre hat die Ehe von Marc Marronnier (Gaspard Proust) und Anne (Elisa Sednaoui) gehalten, bevor sie vorm Scheidungsrichter endet. Und da der Macho seine Gemahlin zuvor mit einer anderen Schönen betrogen hat, kann Marc nicht mal auf Verständnis hoffen. Trotzdem hängt er nach dem selbstverschuldeten Ehe-Aus durch. Er verschanzt sich in seinem Pariser Apartment, säuft, versucht sich umzubringen – ohne Erfolg. Keine seiner Beziehungen war je von Dauer. Und wenn Marc es sich recht überlegt, spricht einiges dafür, dass er viel zu sehr Mann ist, um dies ändern zu wollen. Als Literaturkritiker und Gesellschaftskolumnist erscheint es ihm naheliegend, dem Thema ein Buch zu widmen. Während der Gefrustete griffige Thesen formuliert wie jene, dass Ehepaare im ersten Jahr Möbel kaufen, sie im zweiten Jahr umstellen, um sie im dritten Jahr aufzuteilen, fühlt er sich in seiner Affäre mit der neuen Geliebten Alice (Louise Bourgoin) – sie ist die Frau seines Cousins – pudelwohl. Dass Marc sein „Liebeskiller“-Buch unter Pseudonym veröffentlicht hat, nutzt ihm nichts, nachdem sich dieses zum Bestseller mausert. Der Autor muss sich outen – was Marcs Beziehung zu Alice denkbar schlecht bekommt.
Als Kinogänger ist einem Fréderic Beigbeders Name noch durch seine Romanvorlage zu „39,90“ in bester Erinnerung. Nachdem Regieprovokateur Jan Kounen sich vor vier Jahren dieser bitterbösen Studie unserer Konsumgesellschaft annahm, adaptiert Beigbeder diesmal sein autobiografisch unterfüttertes Egozentrikerporträt selbst. Mit Gaspard Proust hat der Regiedebütant einen Hauptdarsteller zur Verfügung, der sich als Leinwand-Alter-ego perfekt macht. Und in Nebenrollen punkten Showbiz-Legenden wie der Filmkomponist Michel Legrand oder intellektuelle Geistesgrößen wie Alain Finkielkraut, Paul Nizon oder Marc Levy.
So elegant er schreibt, so temporeich schaltet der Beziehungszyniker Beigbeder als Autorenfilmer zwischen Herzschmerz-Romantik, Screwball-Comedy und Werbeclip-Ästhetik hin und her. Die hierzulande eher unbekannten Darsteller sind mit viel Begeisterung bei der Sache. Ein Film, der als Neuzeit-Liebesfarce ohne das übliche Mainstream-Happyend überzeugt, très français.
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