Dichter und Kämpfer - Das Leben als Poetry Slammer in Deutschland
m. Gästen
Inhalt
Poetry Slam ist Dichterwettstreit auf der Bühne, Riesenspektakel mit Rockkonzert-Atmosphäre. Die Slammer kämpfen um die Gunst des Publikums, das mit der Lautstärke seines Applauses über den Gewinner des Abends entscheidet. Mit inzwischen rund tausend Slams im Jahr ist die literarische Performance-Kunst in Deutschland fast im Mainstream angekommen. Der Höhepunkt des Jahres sind die deutschsprachigen Meisterschaften, der jährliche "National" ist das größte Festival der Bühnenliteratur in Europa. Der Film begleitet vier Poetry Slammer aus verschiedenen Städten durch ihr Jahr zwischen zwei Meisterschaften: Philipp "Scharri" Scharrenberg, Meister 2009, der seinen Titel nutzt und damit versucht, sich als Kabarettist zu etablieren. Sebastian23, Meister 2008, der als Organisator der Meisterschaften 2010 versucht, Slam noch größer und bekannter zu machen. Julius Fischer, Teammeister 2011, der eher für die Offkultur-Wurzeln steht und die Kommerzialisierung der Szene mit skeptischem Abstand betrachtet. Theresa Hahl, die als junge Newcomerin zum Szenestar wird und versucht, sich von ihrer plötzlichen Popularität nicht überwältigen zu lassen.
Beschreibung
Schön, dass die Dokumentarfilme der diesjährigen „Perspektive Deutsches Kino“ der Berlinale sukzessive regulär ins Kino kommen. Nach „Man for a Day“ und der Pseudo-Doku „This Ain’t California“, nun auch „Dichter und Kämpfer“ von Marion Hütter. Für ihren ersten Langfilm hat die Regisseurin (Jahrgang 1968) vier Poetry-Slammer über ein Jahr lang bei Auftritten und Reisen quer durch die Republik begleitet: Julius Fischer, Philipp „Scharri“ Scharrenberg, Sebastian23 sowie die stets Wollmützen tragende Newcomerin Theresa Hahl.
Hütter zeigt uns den Poetry Slam deutscher Prägung als bunte Melange aus Stand-up-Comedy, Kabarett, Rock-Konzert, Dichtkunst, vom Rap beeinflusster Verbalakrobatik und einem Schuss Nonsens. Eine Stärke des Films besteht darin, dass er uns die Protagonisten auch abseits der Dichterschlachten präsentiert: beim Döner-Verzehr, beim Wandern und beim Umzug genauso wie beim gemeinsamen Fußball-Match. Und Hütter spürt auch Fragen nach: Wie kommt man zu all den Ideen, den Texten? Und wie kommt man an Geld als Slam-Poet? Am eindringlichsten aber sind die Momente, in denen wir die „Dichter und Kämpfer“ kurz vor einem Wettbewerb erleben – wie sie sich gemeinsam warm machen, sich gegenseitig den Puls fühlen. Da ahnt man, wie stark das Gemeinschaftsgefühl in der „Slamily“ sein muss. Matthias von Viereck
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