amerikanische Puppen-Animations-Komödie von James Bobin mit Jason Segel, Jack Black und Billy Crystal
Inhaltsangabe
Mit Spannung erwarten Fans weltweit die bühnenreifen Auftritte von Kermit, der Frosch, Miss Piggy, Fozzie, Gonzo, das Tier, Waldorf & Statler und all den anderen Muppets! In ihrer neuen, bislang wildesten, buntesten und fröhlichsten Ausgabe der besten Show aller Zeiten sind die Muppets in alle Winde zerstreut: Fozzie tritt zusammen mit der Showband "The Moopets" in einem Casino in Reno auf, Miss Piggy arbeitet bei der Vogue in Paris, das Tier versucht, seine Wutanfälle in einer speziellen Klinik in Santa Barbara in den Griff zu bekommen und Gonzo, dem bislang immer alles zu Bruch ging, was er auch anfasste, hat sich einen Ruf als Klempner für alle Fälle erarbeitet. Walter (ein neuer Muppet!) ist der größte Muppets-Fan der Welt. Mit seinem Bruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) macht er Urlaub in Los Angeles und findet zufällig heraus, dass der fiese Ölmagnat Tex Richman (Chris Cooper) das alte Theater der Muppets dem Erdboden gleich machen will, weil er in der Nähe Ölvorkommen wittert. Die drei fackeln nicht lange und helfen dem aufgebrachten Frosch Kermit, die verrückte Truppe von einst wieder zusammen zu trommeln, um das Theater zu retten. Doch das ist leichter gesagt, als getan.
zitty-Kritik 02/2012
Das mag jetzt ein Schock für Sie sein, aber „Die Muppets“ sind als basisdemokratisches Kollektiv nichts anderes als eine miese, dreckige Bande von Untergrundmarxisten, die ihre Kinder dazu verführen wollen, sich im Klassenkampf gegen die gottgegebene Struktur unseres bewährten Wirtschaftssystems aufzulehnen. Finden jedenfalls Eric Bolling, Wirtschaftsjournalist des US-Senders „Fox News“, und sein Gast, der Medienwissenschaftler Dan Rainor. Sie stellen den neuesten „Muppets“-Film in eine Reihe mit ultraliberalen Propagandamachwerken wie „Matrix“, „Syriana“ und „There Will Be Blood“. Mag sein, dass die perfide Gehirnwäsche aus Hollywood auch bei zitty erfolgreich war, aber diese Aussage erscheint uns wie ein neuer Gipfel der Blödheit im immer dämlicher werdenden Kampf von „Fox News“ um die Lufthoheit über den Stammtischen.
Vielmehr sollte man doch froh sein, dass nach zwölf Jahren Pause und vielen Copyright-Querelen nun endlich ein neuer „Muppets“-Film in den Kinos läuft. Produziert von den Trickfilmspezialisten bei Pixar (als Vorfilm ist ein saukomischer neuer „Toy Story“-Kurzfilm zu sehen) ist der Film zwar kein großes Meisterwerk geworden, aber er liefert schmissige Songs, mitreißende Tanzszenen – und jenen infantilen Humor, der gerade noch schräg genug ist, um auch bei den Großen anzukommen. Dazu gesellen sich mittelprächtige Schauspieler wie Jason Segal und Amy Adams, die es beim Augenrollen mit den Puppen aufnehmen können, sowie eine Handvoll wirklich komischer Cameos. Die Handlung – das Ensemble muss wieder zusammenfinden, um einem bösen Öl-Baron das Handwerk zu legen – spielt keine Geige, aber man kommt garantiert mit guter Laune aus dem Kino raus.
So, und jetzt machen wir einen Videoabend mit Kindern. Es soll da einige Kurze geben, die haben doch allen Ernstes „There Will Be Blood“ noch nicht gesehen … Lutz Göllner
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Kommentare
Der neue Muppetsfilm ist derartig unterirdisch, dass ich im Kino abwechselnd hysterische Wein- und Das-kann-doch-nicht-wahr-sein-Lachanfälle bekommen habe. Wie man schreiben kann, dass "man garantiert mit guter Laune aus dem Kino rauskommt", wie Lutz Göllner behauptet, ist mir ein Rätsel. Von der anarchistischen Energie der Muppets sind gerade mal Furzschuhe übrig geblieben und ansonsten heult sich Kirmet mit verschiedenen 'Ich und mein Traum'-, 'meine Puppe und Ich'-, 'Ich und Miss Piggy'-Geseiher-Nummern durch eine gefühlte 4-Stunden dauernde Stotterbremse von einer Story, in der man dann auch noch von einer Garde völlig talentfreier Schauspieler fast zu Tode gequält wird, die auf dem Gipfel des Schwachsinns auch noch anfangen, in weißen Anzügen auf weißen Flügeln zu spielen und - NEEEEIIIIIIN - zu singen. Ich bin komplett fassungslos, dass man auch noch "froh sein soll", dass "nach zwölf Jahren Pause und vielen Copyright-Querelen nun endlich ein neuer „Muppets“-Film in den Kinos läuft". Lieber Herr Göllner, Ihnen sollten doch wirklich mal ein paar "dreckige Untergrundmarxisten" die Kategorien neu sortieren!