Die Qual der Wahl
zitty-Kritik
Im Krieg gibt es Regeln, beim Schlammcatchen gibt es Regeln. Nur in der Politik gibt es keine. Der Film startet mit diesem Zitat von Ross Perot. Eine Verortung, knapp vor der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl.
Will Ferrell ist ein streng geföhnter Politiker, der bereits fünf Mal einen Sitz im Kongress gewann. Das sechste Mal scheint ihm sicher, selbst als eine obszöne Mailboxnachricht von ihm aufpoppt. Dann taucht plötzlich aus dem Nichts ein Gegenkandidat (Zach Galifianakis) auf. Anfangs noch in Denim-Bundfalte wandelt der sich unter den Augen eines Spin-Doctors zum ausgebufften Volkstribun –und der Wahlkampf mutiert zur Schlammschlacht. Vom Schüren der Angst vor dem Kommunismus in einer Grundschulbroschüre über diverse sexuelle Interventionen in der Familie des Konkurrenten bis zur Al Qaida-Denunzierung, selbst wenn das bloß an den (Bart)-Haaren herbeigezogen ist.
Die verlotterte Moral der Politikerklasse hängt durch. So tief, dass man denkt, es geht nicht tiefer. Mit Will Ferrell schon. Wie immer bekommt sein überzogenes Spiel mehr Lacher als die vom Drehbuch vorgegebenen Pointen. „Die Qual der Wahl“ ist leichte Unterhaltung mit einer gut geschmierten Comedy-Besetzung und funktioniert bestens als Satyrspiel zu Clooneys „Ides of March“. Peter Fuchs
Inhalt
Als sich der erfahrene Abgeordnete Cam Brady (Will Ferrell) vor der Wahl einen öffentlichen Patzer leistet, wollen zwei stinkreiche Geschäftsleute einen Gegenkandidaten aufstellen, um in ihrem Wahlkreis in North Carolina ihren Einfluss auszubauen. Sie entscheiden sich für den naiven Marty Huggins (Zach Galifianakis), den Leiter des örtlichen Touristenbüros. Zunächst scheint Marty überhaupt keine Chance zu haben. Doch durch die Unterstützung seiner beiden neuen Wohltäter und eines rücksichtslosen Wahlkampfmanagers mausert Marty sich bald zu einem Rivalen, der dem charismatischen Cam den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Der Wahltag rückt näher, und die beiden liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die gegenseitigen Beschimpfungen in dieser Schlammschlacht aus hinterhältigen Intrigen und Tiefschlägen selbst auf privatester Ebene derart eskalieren, dass beide schwören: Nur einer wird den Ring lebend verlassen.
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