Die Wand
Motto: Berlinale 2012
Inhalt
Eine Frau (Martina Gedeck) schreibt in einer Jagdhütte ihre Geschichte auf, um sich nicht in Einsamkeit zu verlieren: Mit einem befreundeten Ehepaar und deren Hund ist sie vor über zwei Jahren in die Berge Österreichs gefahren. Ein Wochenendausflug. Als das Ehepaar am ersten Abend von einem Besuch im Dorf nicht zurückkehrt, macht die Frau sich auf die Suche. Mitten in der Natur stößt sie gegen eine unsichtbare Wand, eine unerklärliche Grenze, die sie vom Rest der Welt trennt. Die Frau ist auf sich selbst gestellt. Irgendwie muss sie überleben und sich mit ihren Ängsten aussöhnen, die sie immer wieder zu überwältigen drohen. Abgeschnitten vom Rest der Welt wird sie vor die unausweichlichen Grundfragen des Lebens gestellt.
zitty-Kritik
Unverfilmbar – so etwas sagen wahre Fans und Literaturnerds schnell einmal. Aber bei Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ war es wirklich nicht einfach, sich vorzustellen, wie ein Film dazu aussehen könnte. Das Personal: Eine Frau ohne Namen, ein Hund, eine Kuh und noch anderes Getier. Dazu eine sehr metaphorische Ausgangslage: Eine Frau findet sich eines Morgens alleine in einer Jagdhütte in den Bergen wieder. Auf dem Weg ins nächste Dorf stößt sie auf eine unsichtbare Wand. Hinter dieser Wand scheint alles tot zu sein. Sie, die Überlebende, führt nun in dem abgeschlossenen Tal ein hartes und einsames Leben. Dazu: viel Natur, viel Existenzielles – aber keine Dialoge.
Über 20 Jahre hat der Regisseur und Drehbuchautor Julian Roman Pösler auf die Filmrechte gewartet. Dass ausgerechnet er sich an diesen Klassiker der österreichischen Emanzipationsliteratur gewagt hat, ist ein Glücksfall. Mit Martina Gedeck hat er eine wunderbare Besetzung gefunden: Ihr Monolog trägt den Film. Spröde und flexibel spielt sie diese Frau, die das Leben hinter der Wand akzeptiert und es vielleicht sogar ihrem früheren Leben in der bürgerlichen Welt der 1960er-Jahre vorzieht. Der Originaltext wurde kaum verändert – nur gestrafft und gekürzt. Übrig geblieben ist kein Wort zu viel. Genau wie in der Vorlage. Literaturnerds haben nichts zu meckern. Anna Mayrhauser
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Kommentare
Barocke Bilder mit Bach, nahe am Abgrund. Chronologie in Jahreszeiten und Text nicht vorhanden aber behauptet. Überhaupt der Text. Was soll an diesem Moral-Natur-Gefasel feministisch sein? Was soll daran überhaupt sein? Für mich ganz schlimm der leichte Zungenanschlag der Sprecherin. Schaudern zwischen Lachen und Zorn. Einzigartiges Erlebnis! Bester Satz (Dadaismus pur): „Der hypochondrische Professor rettete mir das Leben ohne es zu wissen.“ (Oder so ähnlich) Auch bemerkenswert die Requisite: Bitte beim Schauen des Films unbedingt auf das Butterfass achten.