Doppelleben (2012)
Inhalt
Wer ist Angela Merkel und wenn ja, wie viele? Wer hätte gedacht, dass sich hinter einer Lübecker Hausfrau eine zweite Angie verbergen könnte? Oder dass eine badische Familienmutter aus ihrer Ähnlichkeit mit der Bundeskanzlerin Profit schlagen würde? Regisseur Douglas Wolfsperger setzt sich in seinem neuen Kinodokumentarfilm mit dem Phänomen von Doubles auseinander, indem er zwei Angela Merkel-Doppelgängerinnen porträtiert. Wie die vorübergehende Annahme einer fremden Identität die eigene Wahrnehmung neu definieren, aber auch verzerren kann, das untersucht der Film. Dabei hält Wolfspergers Kamera komische, teilweise auch absurde Momente fest und reflektiert Schein und Sein, plötzlichen Erfolg und Rückschläge ohne seine Protagonistinnen lächerlich zu machen oder ihnen zu nahe zu treten. Es ist ein Film über zwei normale Frauen, denen etwas Außergewöhnliches zugestoßen ist und die mit den Folgen von Fremdwahrnehmung, Erfolg und Krisen umgehen müssen.
zitty-Kritik
Ihr Gesicht kennen viele aus Film und Werbung. Es ist gefragt, weil es der bekanntesten Frau Deutschlands ähnelt. Susanne Knoll ist die Doppelgängerin Angela Merkels. In der Doku über Doppelgänger konzentriert sich Douglas Wolfsperger auf die Geschichte dieser Frau, die zu sich selber findet, als sie zu einer anderen wird – mal bei Firmenfeiern oder Galas. Als ein ungeliebtes Kind wächst Knoll zu einer schüchternen Erwachsenen heran. Bis sie 2003 das Double wird. Und Double-Sein bedeutet ein Spiel mit Identitäten.
Wolfsperger geht es genau um dieses Spiel. Hierzu lässt er Susanne Knoll erzählen. Wie sie ihre ersten Auftritte absolviert. Wie sie selbstbewusst wird, indem sie Selbstbewusstsein spielt. „Mama blühte plötzlich auf“, erklärt die Tochter. Knoll trennt sich von ihrem Mann und eröffnet ein Tanzstudio. Zuletzt gibt Knoll ihre Merkel-Rolle auf, weil sie lieber sie selbst sein möchte. Wolfsperger trifft sich auch mit Knolls Agenten, mit dem sie nicht mehr zusammenarbeitet. Zudem wird das schwierige Verhältnis zu einem weiteren Merkel-Double thematisiert. In einfachen Bildern und mit linear erzählter Story gelingt Wolfsperger eine Doku ohne viel Deko. Eine, die sich auf die Hauptperson konzentriert und sich Zeit nimmt, um ihre Stärken und Schwächen zu zeigen.
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