Inhaltsangabe

Nick Cassidy (Sam Worthington) war einst ein erfolgreicher Cop mit einem nahezu perfekten Leben. Doch plötzlich findet er sich im Gefängnis wieder, für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Wie weit kann ein Mann gehen, um seine eigene Unschuld zu beweisen? Völlig verzweifelt nutzt er die erstbeste Gelegenheit, die sich ihm bietet, zur Flucht und steigt mit einem ausgeklügelten Plan im Kopf auf den Fenstersims eines Hochhauses. Von dort aus verlangt er von der bereits eingetroffenen Polizei ein Gespräch mit der Psychologin Lydia Anderson (Elizabeth Banks). Während unten die Menschenansammlung und das Polizeiaufgebot größer werden, dirigiert Nick in schwindelerregender Höhe über ein kleines Head-Set den Raub eines 30 Millionen schweren Diamanten, jenes Juwels, das er einst gestohlen haben soll. Die Zeit rennt ihm davon, eine Spezialeinheit rückt immer näher und dann gibt es auch noch den Ex-Kollegen, der seinen Kopf will.

zitty-Kritik 03/2012

Thriller

Was Ex-Cop Nick Cassidy (Sam Worthington) da vorhat, erschließt sich nicht ganz. Fakt ist: Er steht auf einem Hochhaus, auf einem verdammt schmalen Sims. Er will Gerechtigkeit, Vergeltung für eine erlebte Schmach, das wird im Verlauf der Verhandlungen mit der Polizeipsychologin (Elizabeth Banks) klar. Doch wie will er das erreichen – durch einen Sprung in die Tiefe? Und was hat der grundunsympathische Immobilienhai (Ed Harris) mit all dem zu tun?

Mehr sei nicht verraten, denn die komplexe Handlung lässt Erkenntnisse und Wendungen bis zum Ende in kleinen Dosen durchsickern. „Man on a Ledge“ (Mann auf dem Sims) – wem kam wohl die narkotisierend-unambitionierte Übersetzung „Ein riskanter Plan“ in den Sinn? – ist ein durch und durch konventioneller Thriller, der nicht mehr ist und nicht mehr sein will als: spannend. Wer Sozialkritik erwartet, muss sich mit Szenen begnügen, die den Voyeurismus der Menge am Fuß des Hochhauses offenbaren. Es gibt Verfolgungsjagden, Freund- und Feindschaften und sogar eine angedeutete Romanze. Schwindelerregende Kamerafahrten, routiniert gute Darsteller und die konstante Spannung trösten über einige unglaubwürdige Details hinweg. Lydia Brakebusch