Eigentlich ist Andreas Bogk IT-Berater, Piratenpartei-Mitglied, Ex-Pressesprecher des Chaos Computer Clubs. Aber dann gibt es noch dieses analoge Hobby: Bier brauen. Vor allem die Berliner Weisse hat es Bogk angetan. Jetzt will er sie retten, bevor sie ausstirbt. Denn laut Bogk wird die Berliner Weisse heute von den Großbrauereien nicht mehr  nach dem traditionellen Verfahren gebraut.
Das kann ein Hacker nicht auf sich sitzen lassen. Um die nötigen Mikroorganismen wiederzubeleben, ersteigerte Bogk bei eBay eine fast 30 Jahre alte Flasche aus dem VEB Getränkekombinat Berlin. Und rekultivierte daraus die sogenannte Brettanomyces-Hefe, die für den Geschmack sorgt. „In hoher Konzentration erinnert das an verschwitztes Pferd“, erklärt Andreas Bogk, „in niedriger Konzentration macht es das Bier erdig, würzig, fruchtig.“
Gebraut wird ab Ende Oktober in der Kreuzbergstraße 74 im Souterrain, das Geld für die Firmengründung bekam Bogk auf der Crowdfunding-Plattform Inkubato von über 400 Unterstützern. Sie sind auch die ersten, die das neue Bier geliefert kriegen. Ab Frühling 2013 soll das Bier in ausgewählten Läden zu kaufen sein. Allerdings bleibt es eine Rarität, mehr als 50 Liter pro Woche schafft die Kleinbrauerei nicht. Den Rest der Zeit muss der Brauherr im Internet sein Geld verdienen.  Astrid Herbold

www.bogk-bier.de