Das Fabrics im Musikhotel Nhow in der Stralauer Allee, direkt zwischen Universal Music und MTV situiert, ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Berliner Hotellerie über originelle und wirklich herausragende Küche verfügt. Das Digipop-Design mit grellem Hellgrün-Pink Kontrast des US-Star-Designers Karim Rashid ist Geschmackssache, der Blick aus dem vollverglasten Restaurant in der Ecke des Erdgeschosses gehört dagegen unbestritten zu den schönsten, die es auf die Spree gibt.
Anders als in der gehobenen Gastronomie üblich trägt der Service im Fabrics seine Tätowierungen sichtbar unter den Uniformen zur Schau. Weniger unkonventionell als vielmehr kompetent sind die Weinempfehlungen, die auch Tropfen abseits der Karte umfassen. Als Amuse Gueule wird ein getrüffeltes Erbsenschäumchen gereicht – schließlich hat der junge Koch Patrick Rexhausen (33) neben zahlreichen Stationen in der Berliner Spitzengastronomie auch dem Starkoch Ferran Adria über die Schulter schauen dürfen. Im Fabrics präsentiert er entsprechend meisterhafte Post-Molekularküche, die neue deutsche und französische Einflüsse zeitgemäß interpretiert. Sein französischer Gemüsesalat mit Crème Fraîche und Salatherzen sowie seine Jakobsmuscheln an Petersilienmousseline und Balsamicotextur sind ein leichter Sommergenuss, die Red Chief Apple Tarte Tartin eine Sünde, die man sich gerne leistet. Besonderes Highlight zum Schluss ist die Empfehlung des Hauses: Als Digestif gibt es norwegischen Sake, der den überaus postiven Gesamteindruck abrundet.     Jürgen Laarmann