Fat Freddy's Drop
(Roots Reggae, Dub, Urban Funk)
Lang, länger, fast endlos ziehen sich die Songs von Fat Freddy’s Drop hin. Das gängige Popformat ist den Neuseeländern nicht genug – nicht im Studio und schon gar nicht auf der Bühne. Seit ihrer Gründung Ende der 90er-Jahre bleibt die Band aus Wellington diesem Jam-Prinzip treu, setzt ihrem Spiel keine Grenzen und lässt sich treiben. Treiben und treiben lassen, das ist ihr Ziel.
Mit einem Mix aus Funk, Jazz, Soul und Reggae, der sich zum Teil im Dub verliert, scheinen Fat Freddy’s Drop vor allem auf Entspannung aus, können bei Bedarf aber auch schnell wieder die Stimmung wechseln. Die wird sogar euphorisch, wenn Beats, Bläser und Orgelspiel zügiger werden, sich hochschaukeln, einpendeln und eine hypnotische Wirkung erzeugen. Und dann, noch im selben Stück, wird entschleunigt, ausgependelt, bis selbst die Rhythmussektion kaum noch zu tun hat.
Dazwischen gibt es immer wieder feine Soli, vom Saxofon und von der Orgel, und Raps von Frontmann Joe Dukie, der darin meist von Familie, vom Fischen oder Essen erzählt. Alles zusammen braucht freilich Zeit. Viel Zeit. Die Songs auf dem zuletzt erschienenen Live-Album des siebenköpfigen Kollektivs hatten allesamt Überlänge, kein einziger blieb unter der Zehnminutengrenze. Diese Langatmigkeit ist aber Prinzip und ist bei Fat Freddy’s Drop garantiert nicht gleichbedeutend mit Langeweile.
www.fatfreddysdrop.com
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