Inhaltsangabe

Der pakistanische Frisör Haroon ist illegal nach Deutschland eingewandert, der deutsche Versicherungsangestellte Mark träumt vom Auswandern. Ein Autounfall mit Folgen kettet die grundverschiedenen Menschen für eine Nacht aneinander. Am Ende einer Odyssee durch die fremde Welt der Illegalität entdecken beide, dass sie etwas verbindet: die Sehnsucht nach der Ferne.

zitty-Kritik 03/2012

Buddymovie
Mark, der scheinbar so biedere Versicherungsvertreter, der seiner Japan-Leidenschaft nur in der Freizeit nachgehen kann, trifft auf Haroon, den Pakistani, der sich seit drei Jahren illegal in Deutschland aufhält. Haroon möchte gern richtig hier leben, er träumt vom eigenen Friseursalon. Mark hingegen zieht es in die Ferne, seine Freundin hat ihn verlassen. Dass sich die beiden auch vom Habitus so unterschiedlichen Typen im Verlauf des Films immer vertrauter werden, ist so unwahrscheinlich wie für die Story notwendig.
Regisseur Kanwal Sethi – 1971 in Indien geboren, 1992 wanderte er nach Deutschland aus – macht klar, was beide füreinander bedeuten: Haroon entführt Mark in eine fremde Welt aus Asia-Märkten und Moscheen, was dessen Fernweh noch verstärkt. Und Haroon dämmert, dass er sich der Realität als „Illegaler“ in Deutschland stellen muss. So eigenwillig Kanwal Sethi sein Langfilmdebüt auch angelegt hat, mit der teils märchenhaften Anmutung – er regt dazu an, darüber nachzudenken, wie wir in Europa mit Zuwanderung umgehen. Matthias von Viereck