Filmauftritte in der schönen Hauptstadt
Berlin: Die Symphonie der Großstadt
Einen Tag im Leben Berlins beschreibt Walter Ruttmann in seiner legendären Bild- und Toncollage. Morgens fährt ein Zug in den alten Hauptbahnhof ein, immer wieder unterbrochen von Schnitten auf die Uhr des Roten Rathauses. Der Tag beginnt in der Industriestadt, Menschen hetzen zur Arbeit, später essen sie zu Mittag. Abends stürzen sie sich ins wilde Nachtleben, bevor der Film mit einem Blick auf den Funkturm endet.
Deutschland 1927– Regie: Walter Ruttmann
Deutschland im Jahre Null
Nach dem Krieg war von Berlin kaum noch etwas übrig, Trümmerhaufen bestimmten das Stadtbild – und in genau diesen drehte Roberto Rossellini einen Klassiker des italienischen Neorealismus. Der zerbombte Reichstag, die Neue Reichskanzlei, der Tiergarten sind zu sehen. Die Geschichte eines kleinen Jungen, der mit legalen und illegalen Mitteln versucht, in der zerstörten Stadt zu überleben, fand beim deutschen Publikum wenig Gegenliebe, zu deutlich waren die Schrecken des Krieges noch zu spüren.
Italien 1948 – Regie: Roberto Rossellini
Das unsichtbare Netz
Gregory Peck spielt einen amerikanischen Militärpolizisten, der im Fall eines in den sowjetischen Sektor entführten GI ermittelt. Peck treibt sich in Vergnügungslokalen herum, streift durch Ost-Berliner Straßen, flirtet in einem Ausflugscafé mit fantastischem Blick über den Wannsee und stolziert über eine Terrasse. Im Hintergrund die Gedächtniskirche, ein Panorama-Blick über die Dächer Berlins, gefilmt im damals ganz neuen Cinemascope-Format.
USA 1954 – Regie: Nunnally Johnson
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Berlin – Ecke Schönhauser
Diese DEFA-Produktion kam bei den ostdeutschen Machthabern nicht gut an. Zu nihilistisch erschien die Darstellung des Lebens von Jugendlichen, die am Alex, an der Hochbahnstation Eberswalder Straße, im Tanzlokal Prater und rund um die Schönhauser Allee ziellos in den Tag hineinleben.
DDR 1957 – Regie: Gerhard Klein
Todestanz eines Killers
Einer der besten in Berlin gedrehten Spionage-Filme: Ein russischer, für die Engländer arbeitender Doppelagent namens Eberlin will in die Heimat zurück, darf aber nicht. Verzweifelt fährt er durch Berlin, kommt am Checkpoint Charlie und dem Europa-Center vorbei, beobachtet an der Avus ein Autorennen inklusive spektakulärem Crash. Da nach dem Mauerbau das Drehen westlicher Filme in Ost-Berlin unmöglich war, wurden die Szenen, die auf dem Grenzbahnhof Friedrichsstraße spielen sollten, kurzerhand am Gleisdreieck gedreht. Der Regisseur starb während der Dreharbeiten an einem Herzinfarkt.
GB 1968 – Regie: Anthony Mann
Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Kein Film fängt die Atmosphäre rund um den langjährig wichtigsten Bahnhof West-Berlins so ungeschminkt ein wie diese Bernd-Eichinger-Produktion. Der Verfall der City-West spiegelt sich im Drogenkonsum der Minderjährigen, den grauen Fassaden, die nur selten verlassen werden. Zum Beispiel für ein Konzert in der Deutschlandhalle, wo David Bowie auftritt.
Deutschland 1981 – Regie: Uli Edel
Lola rennt
Der Aufschwung des deutschen Films fand mit diesem rasanten Werk einen ersten Höhepunkt, für den Tom Tykwer sich ein Fantasie-Berlin kreierte. Mit einem Schnitt befördert er seine Heldin Lola von Prenzlauer Berg auf die Oberbaumbrücke, einen Schnitt weiter rast sie über die perfekte Geometrie des Gendarmenmarktes. Überall dort, wo Berlin cool und hip wirkte, filmte Tykwer und traf damit exakt den Zeitgeist.
Deutschland 1998 – Regie: Tom Tykwer
Don: The King is Back
Als Ganove Don tobt Bollywood-Star Shah Rukh Khan an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei: East Side Gallery, Berliner Dom, Alex, Olympiastadion. Das führt dann zu interessanten Schnittfolgen, bei denen eine Verfolgungsjagd an der Friedrichstraße beginnt, durch einen unerklärlichen Wald führt und schließlich vor dem Brandenburger Tor endet. Zu bestaunen am 12. Februar bei der Berlinale und vier Tage später regulär im Kino.
Indien 2011 – Regie: Farhan Akhtar
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