MörderMädels: Violet & Daisy
Eigentlich wollten die beiden jungen Frauen – Veilchen und Gänseblümchen – in Rente gehen, aber die neuen Klamotten müssen ­irgendwie bezahlt ­werden. Und so nehmen die beiden Profikillerinen den nächsten Job an. Doch Opfer ­Michael wartet schon auf sie und wehrt sich zur Überraschung der ­beiden keineswegs ­gegen sein Schicksal. Der Film von Geoffrey Fletcher beginnt ­furios als Hommage an John Woo und Quentin Taran­tino, dringt aber dann immer tiefer in die ­Psychologie der Figuren ein.

REMake: A Chinese Ghost Story
Wilson Yip hat sich an ein Remake des Hongkong-Klassikers von 1987 gemacht. Dabei klebt er nicht zwanghaft am Original, behält aber die Grundzüge der Geschichte – junger Mann verliebt sich in einen wunderschönen Geist und muss dessen Seele retten – bei. Das farbenprächtige Gruselspektakel um Dämo­nenjäger, Baumgeister und Geistersklavinnen lebt von seinen rasanten Actionszenen und Computertricks, kann aber dem Original von der Faszination her bei weitem nicht das Wasser reichen.

Thriller: Columbus Circle
Nach dem merkwürdigen Tod ihrer Nachbarin zieht ein unangenehmes Pärchen in die Nachbarwohnung von Millionenerbin ­Abigail ein und bringt ihre wohlgeordnete Ruhe durcheinander. Ein hinterhältiges Spiel voller Geldgier und Gemeinheit beginnt, bei dem der Zuschauer stets ein Quäntchen ­zuviel vorausahnt. Ein Film in der Tradition eines Alfred Hitchcock.
Action-Thriller: Cleanskin
Geheimdienstagent Ewan ist auf der Jagd nach Terroristen. Ash, der radikalisierte ­muslimische Brite, wartet als Schläfer auf den ­Befehl zum Einsatz. Der harte ­Actionthriller scheut sich nicht, mittendrin die ­Erzählperspektive zu wechseln. Und ­womöglich sitzt der Feind auch in den ­eigenen, zwielichtigen Reihen der Geheimdienste.
Schwarze Komödie: Sightseers
Tina und ihr neuer Freund Chris machen eine Besichtigungs­tour mit dem Wohnwagen durch das ländliche Yorkshire. Chris entpuppt sich als psychopathischer ­Mörder. Tina eifert ihm nach. Die Hauptdarsteller ­Alice Lowe und Steve Oram sind auf dem Filmfest zu Gast und haben auch das Drehbuch dieses Meisterwerks des Schwarzen Humors geschrieben. Wer die verlogenste Versöhnungsszene der jüngeren Filmgeschichte und den gemeinsten Unfall­tod eines kleinen Hundes nicht ­verpassen möchte, der ist hier gut aufgehoben.

Monsterkomödie: Grabbers
Alles könnte so schön sein auf der irischen Insel Erin Island. Provinzpolizist Ciarán O‘Shea könnte in den Tag hinein saufen und Lisa Nolan, die hübsche Urlaubsvertretung seines Kollegen, ein paar entspannte Tage auf dem Eiland verbringen. Wären da nicht diese blutgierigen Monster. Dass die so gar nicht nach Irland passen, merkt man schon daran, dass sie auf Alkohol allergisch reagieren. Eine herrlich abgedrehte Monsterkomödie, die in ihrem Verlauf zusehends auf Handlungslogik verzichtet – was nicht weiter stört.

26. Fantasy Filmfest, 21.-29.8., CinemaxX ­Pots­damer Platz, CineStar Sony Center