Döner, Falafel, Hot Dogs und Burger – in Friedrichshain gibt es an jeder Ecke Fast Food, aber so wie das Essen heißt, so soll es eben auch verzehrt werden: möglichst schnell, vor kahlen Wänden, auf harten Stühlen, Kantinenatmosphäre. Dass es im Firolino angenehm anders zugeht, sieht man sofort: Neben dem Eingang liegen zwei große Stapel Zeitschriften. Angenehme Musik dudelt durch den kleinen, warm beleuchteten Raum. Wir fläzen uns in die Couchecke, blättern in Micky-Maus-Heften und weil das Firolino eine „Piadineria“ ist, bestellen wir Piadine: Dünnes Fladenbrot, das ohne Fett gebacken und mit verschiedenen Zutaten gefüllt wird: Bresaola, Parmaschinken, Lachs, Mortadella, Peccorino, Salami oder Nutella. Die Piadina mit gegrilltem Gemüse, Mascarpone und Rucola (3,20 Euro) duftet und dampft, schmeckt frisch und leicht, könnte aber etwas mehr Würze vertragen, um sich mit den beiden anderen (Pecorino, Tomate, Rucola, Artischockencreme oder Salami piccante, getrocknete Tomaten, Rucola, gegrilltes Gemüse) messen zu können.
Dazu gibt es Blattsalate mit Melone und Parmesan (4 Euro), einen süffigen Merlot und köstliche Limonata von San Pellegrino. Der Salat ist zwar fast nur Eisberg, doch das frische Dressing überzeugt umso mehr. Die herzliche Italienerin am Tresen flucht leise über die Macken der Stereoanlage und zuckt bei jeder Bestellung innerlich zusammen – haben wir das noch? Aber falls etwas wirklich nicht mehr vorrätig ist, zeigt das doch nur, dass man es im Firolino ernst meint mit dem Motto: „Öfter mal was Frisches.“    Lydia Brakebusch