Das bulgarische Fräulein Schneider (beliebt und bekannt als Mitstreiterin bei den Geschwistern Pfister) soll eine einheimische TV-Show moderieren. Stargast: Andreja Schneider, die berühmte deutsche Schauspielerin. Aber die kommt und kommt nicht. Also muss die Zeit mit Einspielfilmen überbrückt werden, die Technik streikt beim östlichen Staatsfernsehen auch immer mal wieder und ein tuntiger Maskenbildner (Merten Schroedter) unterstützt die Suche nach dem VIP aus Germania. Klingt ein bisschen langatmig. Und das ist diese One-Woman-Show der Mehrfach-Identitäten auch. Auf irgendeine der beiden Schneiders wird immer gewartet.

Auf der Habenseite steht aber auch Schneider. Wenn sie die großteils neu getexteten Songs von Beatles bis Bolero intoniert, fängt die Bar jeder Vernunft an zu leuchten. Auch die böse filmische Promi-Porträt-Persiflage ist für sich genommen recht vergnüglich, in diesem Zusammenhang jedoch viel zu lang. Da wabern die falschen Gefühle und Maren Kroymann gibt als Managerin in huschigen Viertelsätzen eine köstliche Paro­die auf gängige TV-Statements. Andreja-Schneider-Kenner können sich an augenzwinkernden Querverweisen delektieren, Frischlinge lernen die Vollblut-Entertainerin leider nur ziemlich gebremst kennen. Gerd Hartmann

Eintritt 21,50-29,50 Euro