zitty-Kritik 04/2012

Pornokurzfilme 

Schwule Regisseure drehen Kurzfilme über Lesben, lesbische Regisseurinnen Kurzfilme über Schwule – das ist die Idee der Filmserie „Fucking Different“. In der neuesten Ausgabe geht es vor allem darum, deutlicher „zur Sache“ zu schreiten als bisher: mit handfester Pornografie. Leider geschieht dies nicht sonderlich einfallsreich, für die Entwicklung einer Geschichte bleibt in den acht kurzen Episoden kaum Raum, da selbiger weitgehend mit dem Geschlechtsakt gefüllt wird – bei dem die Darsteller zu allem Unglück meist auch noch eher routiniert und pflichtschuldig wirken denn wirklich erregt und erregend.
Immerhin fällt Maria Beattys Beitrag durch ambitionierte Bildgestaltung auf. Manuela Kay verstößt gegen diverse Pornokonventionen, wenn sie unter dem Titel „Blümchensex“ ebenso spontanes wie liebevolles Fisting zeigt, auf einer taghellen Wiese. Bruce LaBruce erzählt ein kleines Beziehungsdrama unter Transmännern, die „unten rum“ noch weiblich aussehen – und schafft damit den interessantesten Beitrag, der wohl nicht von ungefähr auch der wortreichste ist.     Jan Gympel