Kritik: Les copains

Foto: Michael Pöppl
Michael Pöppl
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Französische Küche ist nie ganz billig. Vermutlich findet man deshalb so viele entsprechende Restaurants im bürgerlichen Charlottenburg. Und mal ganz ehrlich: Wer im angesagten Nordneukölln wäre bereit – Gentrification hin oder her – für ein Entrecôte mal locker 21,50 Euro hinzulegen? Dabei ist das zarte Stück Fleisch, das der Küchenchef im Les copains perfekt gebraten hat, jeden Cent wert. Klassisch dazu gibt es Frites und Sauce mit Dijonsenf. Auch die Wildente auf Wirsinggemüse (19,50 Euro) von der Tageskarte schmeckt wunderbar. Ganz klar: Die Küche in dieser légèren „Bar Americain“ ist mit Sicherheit etwas Besonderes. Genau wie der aufmerksame Service, die Einrichtung mit Backsteinwänden, blauweiß-kleinkarierten Tischdecken und einladender kleiner Bar, an der Cocktails serviert werden. Doch zurück zum Essen: Schon der lauwarme „Salade les Copains“ (9,50 Euro) zur Vorspeise ist eine Offenbarung: Rotbarbenfilet und Jakobsmuscheln auf grünen knackigen Blätter mit feinem Vinegrette-Dressing. Hervorragend. Meine Begleiterin, die selbst Austern auf dem Teller hat, guckt neidisch. Also gebe ich was ab und bekomme dafür sehr gute frische Austern, das schmeckt nach Meer. Die offene Weinauswahl passt zum Essen, könnte aber ausführlicher sein. Da wir uns beim Dessert nicht entscheiden können, bestellen wir zweierlei: die Crème brûlée und den Käseteller. Zum gelungenen Abschluss spendiert uns der freundliche Ober ein Eau de Vie, „Lebenswasser“, das kann nie schaden. Die Zigarette danach gibt es einen Stock höher, im eigenen Rauchersalon.   Michael Pöppl

Charlottenburg, Kantstr. 140, S Savignyplatz,
Tel. 31 51 96 65, Di-Sa 17-4 Uhr, So 13-23 Uhr,
www.restaurant-lescopains.de


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