- Artikel
- 24.05.2009
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Porträt: "Come In. Hang Out."
1993 in Paris fängt alles an. Kirk Henry studiert in der Stadt, ein Freund schleppt ihn zum montäglichen „jamaikanischen Abend“. Kirk, aufgewachsen in Jamaika und New York, ist skeptisch: „Okay. Let’s see“, sagt er, hebt eine Augenbraue und geht mit. Die Skepsis ist schnell verflogen: Der Veranstalter Troy Lopez, gebürtiger Jamaikaner und Student der englischen Literatur in den USA und Paris, überzeugt ihn mit seinen Kochkünsten – eine lange Freundschaft beginnt.
Jahre später schlendern die beiden durch die Straßen von New York. Kirk organisiert Partys, arbeitet für Dolce & Gabbana, Troy besucht ihn. Sie streunen durch den gastronomischen Dschungel und Kirk sagt: „Das machen wir in Berlin!“ Über Jahre manifestiert sich dieser Plan und eines Tages stehen sie dann vor diesen Räumlichkeiten in der Muskauer Straße. „Ich kam rein“, erinnert sich Troy, „und es war wie Sonne, Mond und Sterne – in einer Reihe.“ Inzwischen haben sich die weißen Räume in ein stilvolles Restaurant verwandelt: An den Wänden hängt queere Kunst, an der Decke ein bienenwabenartiges Lichtensemble, dunkle Holzmöbel füllen den Raum und das wichtigste: weiße Tischdecken. „Manche Leute schreckt das ab“, sagt Troy. „Sie denken, man kann hier nur groß dinieren – dabei kann man auch einfach nur einen Cocktail trinken. Tischdecken sind für mich eine Selbstverständlichkeit.“
Stilvolles Ambiente ist wichtig – immerhin ist das Rosa Caleta nach den Großmüttern der beiden benannt. Kirks Oma Caleta schickt oft Gewürze direkt von einem Markt in Jamaika: getrockneten Thymian oder Pimentholz, über dem das berühmte „Jerk Chicken“ gegrillt wird. Troy mischt gerne Elemente der jamaikanischen und der europäischen Küche. Das hat er gelernt, als er „durch Europa gegangen“ ist: „Man erkennt oft Geschmäcker wieder, die aber mit ganz anderen Zutaten ergänzt werden. Das ist auch mein Konzept: Ich bin Jamaika. Aber ich wende die Techniken anders an.“ Die Sahne europäischer Gerichte wird beispielsweise durch Kokosmilch ersetzt, so entstehen Kreationen wie „Karibisches Putengeschnetzeltes auf Crêpe“, „Hot Curry Tofu mit Zucchiniplätzchen und Reis“ oder die „Karibische Jerkplatte“ mit scharfem Hähnchen, Shrimps und Gemüse.
„Da hinten ist eine Küche“, sagt Troy, „und da sind Zutaten. Wenn also ein Gast eine neue Kombination wünscht, muss er es nur sagen.“ Neben Kulinarischem gibt es jeden Samstag Performances oder Lesungen, die Ausstellungen an den Wänden wechseln regelmäßig: „Das Rosa Caleta soll keine One-Man-Show sein. Es soll sich aus vielen Elementen von verschiedenen Leuten zusammensetzen“, sagen die beiden. „Jeder entscheidet hier selbst, wie er den Abend verbringt: Come in and hang out!“
Rosa Caleta, Muskauer Str. 9, Kreuzberg, U Görlitzer Bahnhof, Tel. 69 53 78 59, Di-So 11-1 Uhr,
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