Süddeutsch-Süss: Kuchenrausch

Foto: Lydia Brakebusch
Lydia Brakebusch
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In Friedrichshain kann man Cocktails schlürfen, schön zu Abend speisen – aber wohin mit dem Besuch am Sonntagnachmittag? Eltern beäugen misstrauisch die karge Einrichtung der Szenecafés, verlangen nach einem Ort, der „nicht so ungemütlich“ ist und über „ein ordentliches Tortensortiment“ verfügt. Das Kaffeehaus Kuchenrausch ist ein solcher Ort und – der Name lässt es vermuten – man schätzt es für die prall gefüllte Kuchenvitrine.

In Speise- und Wochenkarte findet sich allerdings auch Deftiges: Wir bestellen die bunte Salatvariation mit gebackenen Hähnchensticks in Himbeer-Balsamicodressing mit gerösteten Walnüssen, Trauben und Baguettebrot (7,50 Euro) und eine Gemüsesuppe mit Lachs. Der Salat kommt leider ohne Brot, ohne Himbeerdressing, ohne Trauben und mit Kartoffelwürfeln statt Walnüssen und schmeckt – wie die Suppe – etwas unwürzig. Im Anschluss gibt es Schwäbische Käsespätzle (7,90 Euro) und hausgemachte Maultaschen mit Spinat-Frischkäsefüllung in brauner Butter mit Salat (8,50 Euro). Der Salat ist liebevoll angerichtet, die Maultaschen geschmacklich einwandfrei, die Spätzle sind leider sehr trocken, die harte Käseschicht wirkt aufgebacken. Positiv fällt der Service auf: Die Beschwerde am Nebentisch („Ein Wiener Schnitzel muss sooo groß sein, ich bin nicht satt!“) wird vom Koch persönlich entgegengenommen, der die Gäste nach zahlreichen Sättigungsangeboten mit Kaffee zufriedenstellt.

Derweil widmen wir uns unserer Nachspeise, dem New York Cheesecake mit Philadelphia (2,50 Euro), und entdecken wieder die Weisheit des alten Sprichwortes „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ – Käsespätzle können andere besser, Kuchen nur wenige.  

Simon-Dach-Str. 1, Friedrichshain, U Samariterstraße, Frankfurter Tor, Tel. 55 95 38 56, täglich ab 9 Uhr, www.kuchenrausch.de


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