Österreichisch: Zum Dritten Mann

Foto: Lydia Brakebusch, omorp
Kai Röger
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Klar, noch einen Schnitzelbrater braucht der Prenzlauer Berg genau so dringend, wie  noch mehr vietnamesische Nudelsuppenküchen. Deshalb überspringen wir das kleine ultradünne Panadenwunder (kleine Portion 11,90 Euro) und beglückwünschen den Koch für seine ausgezeichnete Kartoffel-Radieschensalat-Beilage. Glückwünsche auch für die Gestaltung des Gastraums mit seiner dominierenden Lichtsäule, der Einteilung in einen bequemen Lederbank-Bereich mit weiß eingedeckten Tischen und den rustikaleren Barbereich – jedem das Seine. Der Service ist zudem flink und aufmerksam, es entsteht aber durch den einheitlichen Ben-Sherman-Look der Eindruck, dass hier zu Lasten der Lockerheit ein bisschen zu viel konzeptioniert wurde. Aber wer sich an dieser Ecke gegen das alteingesessene Wiener Caféhaus Sowohlalsauch und das Café-Restaurant Anna Blume behaupten will, muss etwas zu bieten haben. Die Küche setzt daher auf eine überschaubare Auswahl österreichischer Spezialitäten, in guter Qualität, allerdings preislich leicht über dem Standard-Niveau. Großartig zum Beispiel der Salat mit gratiniertem Ziegenkäse  (8 Euro), sehr gut auch die Käsespätzle (9,50 Euro). Highlights sind – das ist bei Österreichern Ehrensache – die süßen Mehlspeisen. Die Weinkarte bietet dazu österreichische Klassiker, wie einen pfeffrig-fruchtigen Grünen Veltliner und einen Zweigelt vom Starwinzer Heinrich.      

Kollwitzstr. 87, Prenzlauer Berg, U Eberswalder Straße, Tel. 40 50 50 18, Mo 18-1 Uhr, Di-So 10-1 Uhr


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