zitty-Kritik 08/2011
Das Tolle am japanischen Essen ist natürlich, dass es ein ästhetisches Gesamterlebnis ist. Im Mamecha etwa, einem Green Tea Café in der Mulackstraße, stellt sich schon beim Betreten der Genuss ein. Bunte Sitzkissen liegen auf Tatami-Matten, Bahnen von Pergamentpapier teilen den Raum, Beton und Holz komplettieren den warmen Raumeindruck. Nicht minder hübsch die Bentobox, die man hier Mittags für sehr günstige 6,50 ohne und für 7,80 Euro mit Misosuppe bekommt. Sie kommt in Form von vier stapelbaren schwarzen Lackkästchen, die innen rot und gold sind, auf den Tisch. Die Füllung wechselt täglich. Toll war etwa Kakuni, ein zwar nicht superzarter, aber geschmacklich fabelhafter Block Schweinebauch. Dazu kommt Reis, Salat und im vierten Kästchen sauer eingelegter Rettich, Spinat mit Sesamsauce und Tamago. Auch das Tellergericht, die Tsukune, das sind zarte wie saftige  Puten-Tofu-Bällchen am Spieß, haben ein fabelhaftes Aroma. Bei dem guten Essen vergisst man fast die eigentliche Kernkompetenz des Mamecha. Das ist der grüne Tee. Die fünf Sorten gehen vom milden Hojicha, der fast ohne Bitterstoffe auskommt, bis zum Genmaicha, der mit geröstetem Vollkornreis eine ganz kräftige Note hat. Pflichtnachtisch: Der Matcha-Cheesecake in Quietschgrün.
Felix Denk

weitere Informationen.
Mulackstr. 33, Mitte, U Weinmeisterstraße, Mo-Sa 12-20 Uhr, So 15-21 Uhr, Tel. 28 88 42 64, www.mamecha.com