Guilty of Romance
Drama
Inhalt
Die schüchterne Izumi liest ihrem pedantischen Schriftsteller-Gatten jeden Wunsch von den Lippen ab. Doch sobald er sich morgens verabschiedet, um seichte Liebesromane für frustrierte Hausfrauen zu ersinnen, spürt Izumi eine drückende Leere. Als sie eines Tages von einer Model-Agentin zu einer Foto-Session überredet wird, hofft sie, ihrer Langeweile entfliehen zu können. Das Shooting entpuppt sich bald als Porno-Dreh, bei dem Izumi die Lust am Verbotenen entdeckt. Entflammt stürzt sie sich in sexuelle Abenteuer und landet in einem berühmt-berüchtigten Rotlichtviertel Tokios. Literatur-Dozentin Mitsuko, die hier nebenbei als Prostituierte arbeitet, nimmt sich ihrer an. Während Izumi tagsüber weiterhin das züchtige Heimchen am Herd gibt, wird sie nachts von Mitsuko in die Abgründe sexueller Dienstleistungen eingeführt. Eines Tages wird die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Kommissarin Yoshida, selbst gefangen in einem Doppelleben, begibt sich auf eine düstere Spurensuche.
Beschreibung
Von ihrer Ehe mit einem Schriftsteller gelangweilt, nimmt Izumi einen Job als Nacktmodel an. Während sie zu Hause die biedere Ehefrau gibt, wird sie immer tiefer in diese Parallelwelt hineingezogen. Doch dann wird im Rotlichtbezirk eine Leiche gefunden.
zitty-Kritik 15/2012
Sion Sono gilt als Enfant Terrible des jüngeren japanischen Kinos. In Filmen wie „Strange Circus“ oder „Love Exposure“ begab er sich in meist grell bunte, übersexualisierte Welten, in denen er Versatzstücke klassischer Beziehungsdramen mit Motiven aus Genrefilmen und besonders dem sogenannten Pinku Eiga mixte, der japanischen Form des Erotikfilms. Der ist oft geprägt von Formen des Bondage und Variationen des Sadomasochismus. Diese Sphären verknüpft Sono nun auch in „Guilty by Romance“ zu einem Film, der sich durch viele Figuren eher den Anschein von Komplexität zu geben sucht, als wirklich so vielschichtig zu sein.
Izumi, Frau eines erfolgreichen Schriftstellers, driftet aus Langeweile immer tiefer in die Welt der Sexindustrie. Anfangs noch als Modell, später als Pornodarstellerin, dann als Prostituierte der eher derben Natur. Gleichzeitig wird die Geschichte der Polizistin Yoshida erzählt, die im Fall einer grausam zerstückelten Frauenleiche ermittelt, aber vor allem mit ihrem eigenen sexuellen Doppelleben zu kämpfen hat.
Die Dopplung von Motiven ist Programm bei Sono, doch wohin führt sie? Lose Szenen – mal betont grotesk, mal schockierend – zeugen von der stilistischen Klasse Sonos, doch zu einem Kommentar der Gegenwart Japans und ihrer sozialen, sexuellen Befindlichkeit wollen sich die Versatzstücke nicht so recht formen. Dazu die befremdliche Sexualmoral des Films, in dem Frauen einmal mehr für ihre offensiv ausgelebte Sexualität bestraft werden.
„Koi no tsumi“, J 2011, 144 min, R: Sion Sono, D: Megumi Kagurazaka, Miki Mizuno, Kinostart: 19.7.
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