.HBC
zitty-Kritik
Schon die Lage ist ungewöhnlich. Unten, am zugigen Alexanderplatz, deutet wenig darauf hin, dass sich eine Etage höher ein Restaurant befindet. „.HBC – Eingang links unter den Treppen“ steht auf einem verknitterten Zettel, der Zugang aber wird durch einen Bauzaun blockiert. Anscheinend müssen die Gäste heute durch das große Foyer im Erdgeschoss, das als Raum für Lesungen, Ausstellungen und Konzerte genutzt wird. Das ehemalige Haus der ungarischen Kultur, einst ein wichtiger Treffpunkt für avantgardistische Künstler in der DDR, ist auch heute noch für Entdeckungen gut. Das .HBC ist so eine.
Das Restaurant bietet im ersten Stock unter einer Neon-Deckenbeleuchtung diffuse Ausblicke auf den Alexanderplatz. Die abgenutzten, aber retro-eleganten mit Holz vertäfelten Wände bilden einen schönen Kontrast zu den weißen Tischdecken. Die Karte ist in Einklang, Mitte und Ausklang unterteilt. Drei Gänge kosten 21,50 Euro. Die Wachtel-Supreme mit Schokoladen-Jus entpuppt sich als vorzügliche Vorspeise mit leicht bitterer Note. Der Rehrücken mit Balsamico-Parfait zu dem wir Schwarzwurzelstrudel mit Creme Fraîche wählen, ist auf den Punkt gebraten und butterzart. Der „Clos du Caillou“ zu 17,90 Euro (0,5 Liter) ist ein perfekter und kräftiger Begleiter zum Wild. Als Dessert wählen wir Muttis Creme Karamell, die genauso gut schmeckt, wie sie heißt. Und ähnlich lautet auch das Fazit des Abends. Das .HBC hält, was es verspricht. Eine gehobene Küche zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis in einem Ambiente, das typisch Post-Wende-Berlin ist.
Martin Hildebrandt
"So schmeckt Berlin" | zitty 20/2011
Eine typische Berliner Mischung aus Bar, Club, Restaurant und Kulturtreff. Das schäbig schöne Ambiente im Haus Ungarn wird durch stilvolle Dekoration aufgewertet. Hinter dem Herd wirbelt der Brasilianer Hugo de Carvalho, der ehemalige Koch der Weinerei. Gerichte wie Hummer-Ravioli oder Skreifilet an Knoblauchschaum zeigen die Raffinesse der Küche. Und das im fairen Preis-Leistungs-Verhältnis: Menüs kosten ab 30 Euro.
Michael Pöppl
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