Beschreibung

Jasmin hat unfassbare Schuld auf sich geladen, als sie ihr eigenes Kind umbrachte. Jetzt sitzt sie einer Ärztin in der Psychiatrie gegenüber. Dr. Feldt hört zu, stellt Fragen. Dass diese selbst ein Geheimnis mit sich trägt, wird Jasmin schnell klar.

zitty-Kritik 13/2012

Kammerspiele im Kino sind Wagnisse. Wenn sie aber eine solche Wucht entwickeln wie Polanskis „Der Gott des Gemetzels“, bieten sie neu dimensioniertes Theater. Auch „Jasmin“, nach einem realen Gerichtsfall um eine Kindsmörderin, erreicht diese Intensität. Die Darstellerinnen Wiebke Puls und Anne Schäfer steigern sich über 90 Minuten in ein fesselndes Zwiegespräch. Hier sitzt die Ärztin Dr. Feldt (Puls), die eine „psychiatrische Exploration“ für ein Gerichtsgutachten erstellt. Dort ist Jasmin (Schäfer), die unter dem Verdacht steht, ihr Kind ermordet zu haben. Die eine prüft abschätzend, die andere treibt wie ein konfuses Kind durch das Verhör. „Ich bin eigentlich ein lebensfroher Mensch“, das behauptet  Jasmin zu Anfang. Der Weg in ihre verdüsterte Seele ist beschwerlich. Mit ihren gedämpften Farben und Halbschatten erinnern die Bilder an holländische Barockmalerei.  Jan Fehse („In jeder Sekunde“, 2008) verzichtet auf Effekte und präsentiert in seiner zweiten Regiearbeit eine intensive Schauspielerleistung, von der viele Theaterregisseure nur träumen können.

D 2011, 88 min, R: Jan Fehse, B: Christian Lyra, D: Anne Schäfer, Wiebke Puls, Kinostart: 14.6.