Joan As Police Woman
Kammerpop
Lange schien es, als hinge eine dunkle Wolke über dem Leben von Joan Wasser. Sie war die Freundin von Singer-Songwriter Jeff Buckley, Sohn des legendären Tim Buckley, als der 1997 beim Schwimmen in einem Seitenkanal des Mississippi ertrank. Die ausgebildete Violinistin suchte Trost in der Musik. Zunächst schrieb sie Songs mit Buckleys übergebliebener Band Black Beetle. 1999 wurde sie ein Mitglied der New Yorker Avantgarde-Popcombo Antony and The Johnsons. Das war, so erzählt sie heute, ihre Rettung.
Mit ihrem eigenen Bandprojekt Joan As Police Woman ging Wasser anfangs den Weg emotionaler Selbstentblößung. Auf „To Survive“ (2008), ihrem zweiten Album, beschäftigte sie sich ausführlich mit dem Krebstod ihrer Mutter. Ihrem karg instrumentierten Kammerpop hat die Auseinandersetzung mit Abgründen gut getan. Er ist so anrührend wie intensiv. Mit dem aktuellen Album „The Deep Field“ (2011) hat Wasser eine neue Richtung eingeschlagen. Ihr Sound ist fröhlicher, fast soulig und breitwandig wie nie zuvor. Auch wenn sie dadurch ein bisschen weniger einzigartig klingt: Live gelingt es ihr, den beiden Mitmusikern sei Dank, die Songs in beeindruckender Intensität auf die Bühne zu bringen.
Konzert: 24.7., 21 Uhr, Lido, Cuvrystr.7, Kreuzberg, 20 Euro, www.joanaspolicewoman.com
Kommentieren
Kommentare
Es sind keine Einträge vorhanden