zitty-Kritik 02/2012

Gefühlskuddelmuddel

Anne liebt Philipp

So schlicht der Titel anmutet, so komplex ist, was dahinter steckt. Denn Anne ist zehn und ziemlich durcheinander. Ständig muss sie sich von Erwachsenen anhören, dass sie für so etwas Großes wie die Liebe noch zu klein ist. Von wegen. Denn seit Philipp in ihr Städtchen gezogen ist, pocht Annes Herz zu schnell. Und auch mit hässlichen Begleitgefühlen wie Eifersucht hat sie zu kämpfen: Dass Philipp toll ist, hat nämlich auch die verzogene Schulschönheit Ellen mitgekriegt.

In einer zweiten Handlungsebene wird Annes Innenleben als traumartige tragisch-romantische Liebesgeschichte reflektiert. Hier malt sich Anne das Schicksal der mysteriösen Spukfrau Helga aus, über die gemunkelt wird, dass sie einst aus Liebeskummer ums Leben kam.

Oberflächlich kommt der Film zwar leichtfüßig daher, doch die norwegische Regisseurin Anne Sewitsky nimmt die Sorgen der kindlichen Charaktere sehr ernst. So wird die Geschichte konsequent aus Kinderperspektive erzählt, was vor allem dank der umwerfenden jungen Darsteller hervorragend funktioniert. Teresa Schomburg