Ravioli heißen sie in Italien, Empanadas in Lateinamerika und Spanien, als Piroggen sind sie in Russland und als Maultaschen in Schwaben bekannt: Teigtaschen gibt es überall auf der Welt. Welche kluge Köchin in welchem Land zuerst darauf kam, irgendwelche Zutaten mit einem Teigmantel zu umhüllen, um sie besser zubereiten zu können, ist fraglich. Doch wahrscheinlich kommt die Ur-Teigtasche, wie so vieles, aus China mit seiner jahrtausendealten Küchentradition. Joao Zi heißt sie dort, in Hongkong Dim Sum (sprich Dim Sam), und ist so eine Art Teehaus-Snack für zwischendurch.
Das sonnengelb gestrichene Restaurant Just Dim Sum liegt nahe des KaDeWe und führt knapp 30 verschiedene Versionen der Teigtaschen in seiner Speisekarte, mal mit Schweinefleisch, mal mit Garnelen (oder beides gemischt), mal vegetarisch mit Spinat oder Rettich, mal abenteuerlich klingend mit Rinderpansen und Frühlingszwiebeln. Probieren kann man die Dim Sum hier auch im Achterpack, in den Versionen von scharf bis süß, serviert im Bambuskörbchen (7,80 Euro). Und so schmeckt jede Dim Sum anders, mal delikat schlicht, mal verblüffend exotisch, mal eher gewöhnungsbedürftig – authentische Hongkong-Küche jedenfalls, mit frischen Zutaten und liebevoll gemacht.
Auch, wer die Teigtaschen nicht so richtig gerne mag, wird im Dim Sum auf seine kulinarischen Kosten kommen: Unter den bunten 50er Jahre Lampen serviert man auch Klassiker der chinesischen Küche wie Schweinebauch vom Grill (5,80 Euro), würzige Nudelsuppen, krossen Entenbraten oder – als Tagesangebot – sehr feine Jakobsmuscheln mit knackigen grünen Bohnen (15,80 Euro).     Michael Pöppl