COMEDY - Das revolutionäre Känguru hüpft wieder. Marc-Uwe Klings geniale Inkarnation des antikapitalistisch halbgebildeten Ex-Aktivisten tritt mit neuem Programm auf. Kernpunkt ist noch immer die Einsicht, dass man, weil es kein richtiges Leben im falschen geben kann, in diesem falschen am besten so wenig wie möglich tut. Gegenspieler zum Beutelschlaffi ist ein Pinguin auf der Überholspur. Eintritt 15, erm. 10 Euro.

Inhaltsangabe

Spottlieder, Bänkelsang, Moritaten!

zitty-Kritik 22/2011

Lesemusikkabarett

Nicht nur beim Radiosender „Fritz“ wird Marc-Uwe Kling und sein kommunistisches Känguru gefeiert. Und das zu Recht, legen die beiden im Dialog und Disput doch ununterbrochen Skurrilitäten des Berliner Alltags frei. Parallel zum neuen Buch kommt nun auch das neue Programm Klings, wie gewohnt mit einer extrem kurzweiligen Mixtur aus Lesung und Konzert.

Wobei beim „Känguru-Manifest“ im Gegensatz zu den „Känguru-Chroniken“ auffällt, dass die beiden sich nicht mehr ununterbrochen zanken, sondern sich im WG-Alltag arrangiert haben. So werfen sich Kling und Känguru gerne die verbalen Angriffsbälle zu, wenn es gilt, einen Dritten fertig zu machen. Das ist komisch, pointiert vorgetragen – und hochpolitisch. Sehr schön auch die Idee, berühmte Zitate falschen Urhebern zuzordnen und ihnen dadurch einen neuen Sinn zu geben: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst“ – Kim Jong-Il. Und die Musik? Die macht der immer noch recht schluffig auf der Bühne wirkende Kling auf der Gitarre und behandelt Themen wie Selbstausbeuter oder Lobbyisten. Martin Schwarz