Krimioperette: Sofies Stimme

Foto: privat
Friedhelm Teicke
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„Wer bist du?“ – das ist so eine Frage, über deren Antwort man sich nie ganz sicher ist. Sie steht am Anfang des berühmten Philosophie-Romans „Sofies Welt“ von Jostein Gaarder. In der preisgekrönten Hörspielfassung, produziert von SWF und MDR, spricht Gunda Aurich Sofies Stimme. Auch Aurich ist um Antwort verlegen. Das fängt schon mit dem Beruf an, über den man ja ein Gutteil Selbstdefinition bezieht. Natürlich: Sie ist gelernte Schauspielerin. In den Endjahren der DDR ausgebildet an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ gehörte sie den Ensembles bedeutender Bühnen wie Schiller Theater, Schauspiel Köln und Maxim Gorki Theater an.  Bereits mit einer ihrer ersten Rollen, in der späten Gerhard-Hauptmann-Uraufführung von „Christine Lawrenz“ am Schauspielhaus Zürich, ließ Gunda Aurich die Kritiker aufhorchen, die sie unter die drei Nachwuchsschauspieler des Jahres 1990 wählten.


Aber die Schauspielerin, die neben der Bühne mit ihrer angenehm jugendlichen Stimme  in „bestimmt 100 Hörspielen“ mitgewirkt hat, arbeitet inzwischen auch als Regisseurin. Sie inszenierte im Stadtbad Oderberger Straße, im Ballhaus Ost, im Neuen Palais in Sanssouci und fürs Landestheater Altenburg. Mit ihrer Freien Gruppe „Märchenhafte Operncompagnie“ inszenierte sie  letztes Jahr  „Hänsel und Gretel“, eine Produktion, die von Admiralspalast bis ufaFabrik sehr erfolgreich läuft und nebenbei den Beweis führt, dass diese Kinderoper keineswegs nur zur Weihnachtszeit funktioniert.


Aber auch als Autorin versteht sich Aurich. Und ist dabei durchaus erfolgreich: 2005 gewann sie mit ihrem Drehbuch „Maskenball“ den Sat1-Wettbewerb „Talent Class“, dessen Verfilmung Gunda Aurich allerdings ein schmerzhaftes Lehrbeispiel dafür ist, wie man es als Regisseur nicht machen sollte: „Ich habe mein Drehbuch bei der Kinopremiere nicht mehr wiedererkannt.“


Da inszeniert sie ihre Texte lieber selbst, wie jetzt die Uraufführung des Operettenkrimis „Freitag der 13.“ im Sommergarten der ufaFabrik. Es geht um einen Lottogewinn, der fünf Freunde auf eine harte Probe stellt. Die durchaus witzige Crimestory hat sie um bekannte Operettenlieder von Johann Strauß bis Carl Zeller gewebt und auf ihre sangeskräftige  „Märchenhafte Operncompagnie“ zugeschnitten. Oder sie arbeitet als Autorin mit einem Regisseur ihres Vertrauens zusammen wie etwa mit Markus F. Adrian („Narrenspiel“), der ein Filmexposé Aurichs bei Universal in Hollywood vorstellte, das dort Gefallen fand. Aurich schreibt derzeit am Drehbuch.  


„Wer bist du?“. Vermutlich ist Gunda Aurichs Neugier zu groß, um sich da eindeutig festzulegen.

„Freitag der 13.“, 2.-4.7., 8.-11.7., 20.30 Uhr, 5.7., 12 + 19.30 Uhr, 12.7., 19.30 Uhr, ufaFabrik. Regie: Gunda Aurich; mit Monica Garcia-Albea, Marie Giroux, Norina Kutz. Eintritt 19, erm. 15 Euro.   www.operncompagnie.com


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