Kino-Rezension: Joe Strummer – The Future is Unwritten

Foto: Neue Visionen
Anna Zoë Schmidt
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Ein Leben als Film. Julien Temple („Absolute Beginners“, „The Filth & the Fury“) erzählt das Leben des 2002 verstorbenen The-Clash-Frontmanns Joe Strummer. Von seiner Jugend, der Entstehung der Band in London bis zur Auflösung und den Jahren danach. Bunt und ruhig, wild und laut, roh und emotional – ein cineastischer Platzregen, zusammengesetzt aus tütenweise Materialschnipseln, die Temple mal bunt zusammengeschmissen, mal liebevoll animiert – aber stets streng chronologisch geordnet hat.

Das Lagerfeuer bildete bei Strummer den Mittelpunkt, und auch hier hält es alles zusammen. Freunde und Familie, Verehrer und Weggenossen erinnern sich an den Wilden mit den schlechten Zähnen, versammelt um ein loderndes Feuer singen etwa Johnny Depp, Mick Jones oder Bono Clash-Songs, sinnieren über alte Zeiten, machen Witze, ziehen den Hut. Es scheint, als wäre Joe noch immer am Leben.

Der Film lässt den legendären Musiker auferstehen, einen Mann, der immer auf der Suche nach der Wahrheit war. Der sich immer wieder selbst in Frage gestellt hat und mit der Welt erwachsen geworden ist. Einer der besten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre. Ein Film, für den man nicht Punk, sondern Mensch sein muss, um ihn zu lieben. Nach dem Kinobesuch möchte man direkt mit der Rebellion gegen die Alltäglichkeit beginnen. Anna Zoë Schmidt

GB/IRL 2007, 126 min, OmU, R: Julien Temple, Kinostart 24.5.
[www.strummer-derfilm.de Homepage]


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