Kino_Kritik: Madonnen

Foto: Peripher
Michael Meyns
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Leicht macht es Maria Speth dem Zuschauer nicht. In ihrem zweiten Spielfilm erzählt sie von Rita (Sandra Hüller), einer alleinerziehenden Mutter diverser Kinder von diversen Vätern. Rita ist nicht eben sympathisch, maulfaul, schnoddrig, egozentrisch. Sie lebt von Sozialhilfe und gelegentlichen Diebstählen, legt ihre Kinder des öfteren bei ihrer eigenen Mutter (Susanne Lothar) ab und geht in eine Disco, neue Männer kennen lernen. Sie verhält sich gerade so, wie sich eine Mutter gemeinhin nicht verhält, nicht verhalten sollte. Nur, wie genau sollte sich eine Mutter verhalten? Den Vorstellungen einer Eva Herman, einer Alice Schwarzer entsprechend?

Es sind diese und andere Fragen, die Maria Speths Film aufwirft, ohne zu versuchen, eine eindeutige Antwort zu geben. Dass dies gelingt, liegt zum einen an der schnörkellosen, zurückgenommenen Regie, zum anderen an der intensiven Darstellung von Sandra Hüller. Schon in „Requiem“ zeigte sie erstaunliche Fähigkeiten, hier gelingt es ihr, einer auf den ersten Blick unsympathischen Figur viel Tiefe zu geben. Das ist meist nicht angenehm zu beobachten, von unterhaltsam ganz zu schweigen, aber es ist von einer Authentizität, wie man sie nicht allzu oft sieht.
Michael Meyns

D 2007, 125 min, R: Maria Speth, D: Sandra Hüller, Susanne Lothar,
Kinostart: 6.12., www.peripherfilm.de/madonnen

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