TRAGIKOMÖDIE : Sunshine Cleaning

Foto: Capelight Pictures
Jochen Barthel
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Peter Sellers als Inspektor Clouseau, Bogart als Marlowe, Jodie Foster in „Das Schweigen der Lämmer“, Miss Marple, Lassie oder der Sportwagen K.I.T.T. – die Vielfalt der Protagonisten für Kriminalgeschichten ist unerschöpflich. Eine wichtige Figur wird aber stets vergessen: Die Putzfrau, die am Ende die Sauerei wegmachen muss, die die Wohnung verstorbener Messies wieder auf Vordermann bringt, die das Blut nach einer Schießerei von den Wänden schrubbt oder das Gehirn nach einem Selbstmord von der Decke. Genau das ist Roses neuer Job.


Dabei hätte sie eigentlich gar nicht mehr tiefer sinken können. In der Highschool haben die anderen Mädchen immer zu ihr aufgeschaut, aber später beschäftigten sie Rose allenfalls als Hausmädchen. Sie ist nicht mehr mit dem Quarterback zusammen, sondern begnügt sich mit einer Affäre zu einem verheirateten Polizisten. Und nachdem ihr Sohn Oscar von der Schule geflogen ist, weil er alles und jeden ableckt (!), bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihrem Lover an seinen Einsatzorten hinterher zu räumen. Nur so kann sie die teure Extraförderung für ihren Sohn bezahlen. Bei ihrer Arbeit wird Rose nun ständig mit Mord und Selbstmord konfrontiert. Besonders für ihre Schwester Norah, die im Leben noch erfolgloser ist und ihrer Schwester deshalb beim Projekt „Sunshine Cleaning“ hilft, ist dieser Teil des Jobs sehr hart. Als die beiden noch klein waren, hatte sich ihre Mutter in der Badewanne das Leben genommen. Schnell wird deutlich, dass dieses Trauma noch nicht überwunden ist.


„Sunshine Cleaning“ ist ein zauberhafter Film über zementierte Familienstrukturen, Ängste, Träume und Sehnsüchte. Alle Figuren wollen das Beste aus ihrem Leben machen und schaffen es kaum, aus ihren verkrusteten Verhaltensmustern auszubrechen. Mit Ekel, Slapstick und einer Prise Melancholie wird hier eine wundervoll-magische Komödie erzählt. Regisseurin Christine Jeff, Drehbuchautorin Megan Holley und ihre Hauptdarstellerinnen Amy Adams und Emily Blunt zeigen der männlich dominierten Filmbranche nicht ohne ein ironisches Augenzwinkern, dass Frauen zu sehr viel mehr im Stande sind, als bloß den Männern hinterher zu putzen. Sie erzählen mit Humor eine Geschichte der stillen Tragödien, die oft von den großen Katastrophen verschüttet werden.  

USA 2008, 102 min, R: Christine Jeffs, D: Amy Adams, Emily Blunt, Alan Arkin, Kinostart: 21.5.,  www.sunshinecleaning-film.de


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