Porträt : Die Fotografen Bernd und Hilla Becher

Foto: Hilla Becher
Claudia Wahjudi
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Wer die „Düsseldorfer Schule“ verstehen will, die in den 90er Jahren die Kunstwelt eroberte, muss Bernd und Hilla Becher kennen. Das Fotografenpaar hat Industrie- und Kunstgeschichte geschrieben: mit Aufnahmen von Hochöfen, Stahlwerken, Wassertürmen, in Ruhrgebiet und Siegerland, Frankreich, England und den USA, ein Leben lang. Ihre Verquickung von Thema, traditioneller Technik und Konzeptkunst war in Nachkriegsdeutschland revolutionär. Niemand sonst fotografierte die Dinosaurier des Industriezeitalters so nüchtern, so schwarzweiß, vor bleichem Himmel – wie Skulpturen.


Die Berliner Filmemacherin Marianne Kapfer stellt das Paar nun vor, material- und kenntnisreich, nah und fast intim, sofern man dem 2007 verstorbenen wortkargen Bernd Becher überhaupt nah kommen konnte. Kapfer lässt sich jedoch von der Flut des Materials zu stark leiten. Wirklich anregend wird ihr Film immer dann, wenn ehemalige Schüler zu Wort kommen und etwa Thomas Ruff Kritik übt. So tritt ein Aspekt hervor: Bernd Becher hatte die Düsseldorfer Professur inne, Hilla Becher aber war die bessere Pädagogin.

D 2009, 90 min, R: Marianne Kapfer, Kinostart: 24.6. im Babylon Mitte

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