Gefängnisdrama : Hunger

Foto: Blast! Films
Martin Schwarz
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Nordirland 1981. Die IRA-Häftlinge im berüchtigten H-Block des Maze-Gefängnisses nahe Belfast kämpfen mit allen Mitteln um die Anerkennung als politische Gefangene. So schließen sich Hunderte dem „Blanket“- und „No Wash“-Protest an: Die Inhaftierten waschen sich nicht und tragen statt der Gefängniskleidung nur Decken, die Exkremente werden an die Wände geschmiert. Schließlich treten einige in den Hungerstreik. Ihr Anführer: Bobby Sands, der am 5. Mai 1981 im Krankenhaus des Gefängnisses stirbt.
Der aus der Videokunstszene stammende britische Regisseur Steve McQueen (nicht zu verwechseln mit dem 1980 verstorbenen Filmstar) liefert mit seinem Debüt keinen narrativen Spielfilm im herkömmlichen Sinne ab. Was McQueen in impressionistischer Manier eindrucksvoll zeigt, ist der unmenschliche Alltag im H-Block. Und je mehr man von dem Dreck und der ständigen Gewalt sieht, umso stärker tritt die Frage in den Vordergrund, wie so etwas in einem zivilisierten Staat möglich sein kann. So entwickelt sich „Hunger“ dank der hyperrealistischen Bilder McQueens und der vibrierenden Darstellung des Bobby Sands durch Michael Fassbender (der auch in „Inglourious Basterds“ mitmischt) zu mehr als nur einem Abbild der Vorkommnisse in Nordirland: zu einem Manifest gegen jede Form von staatlicher Gewalt. Höhepunkt: Ein rhetorischer Schlagabtausch zwischen Sands und einem Priester.  Martin Schwarz

GB 2008, 91 min, R: Steve McQueen, D: Michael Fassbender, Liam Cunningham, Kinostart: 13.8.

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