FILMFESTIVAL: One World Berlin Filmfestival

Foto: One World
Pauline Krebs
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Dass die Welt in Schwierigkeiten steckt, ist nichts Neues. Dass diese Schwierigkeiten nicht in Vergessenheit geraten, dafür sorgt unter anderem das One World Berlin Filmfestival – entsprechend seinem Vorbild, dem One World Human Rights Film Festival, das seit 1999 in Prag stattfindet. Unter dem Motto „Menschenrechte und Medien“ werden in Berlin zum 6. Mal Dokumentationen oder Spielfilme präsentiert, die sich mit Menschenrechtsverletzungen, politischen Problemen oder globaler Ungerechtigkeit befassen.

Schwerpunkt ist das Jahr 1989 und dessen Folgen in den Ländern Chile und Südafrika, sowie das Thema Bürgerrechte. Hierbei wird der Bogen weit gespannt: Von den Apartheitskonflikten der 80er Jahre („Endgame“) über nordamerikanische Politiker, die ihre Homosexualität verbergen und umso radikaler gegen gesellschaftliche Gruppen vorgehen, denen sie insgeheim angehören („Outrage“, Foto) bis hin zu der dritten Generation von Einwandererkindern in Deutschland, die nach wie vor Opfer einer verfehlten Integrationspolitik sind („Damla = Tropfen, Derya = Ozean“). Häufig kommen die Betroffenen in den Werken selbst zu Wort, was einen intensiven Einblick in die unterschiedlichen Kulturen der Erde wirft. In dem Film „Status: Geduldet“ wird eine aus dem Kosovo geflohene Roma-Familie, die seit 15 Jahren in Stuttgart lebt, mit der Kamera begleitet. In der ständigen Angst vor der Abschiebung hangelt die Familie sich von Duldung zu Duldung.

Ein besonders eindringliches Werk ist zudem „Burma VJ”, der Film des dänischen Regisseurs Anders Østergaard, der von der gefährlichen Arbeit burmesischer Reporter handelt, die ihr Filmmaterial mit hohem persönlichen Risiko aus dem abgeriegelten Militärstaat schmuggeln. Ihnen war es 2007 zu verdanken, dass die Weltöffentlichkeit, aber auch die burmesische Bevölkerung selbst von den Massenprotesten der Mönche erfuhr. „Sie wollen nicht vergessen werden, die Menschen in Burma“, erklärt einer der Reporter. Darum geht es auch dem Festival: Themen vor Augen führen, von denen sich die Medienaufmerksamkeit bereits wieder abgewandt hat. Die Zuschauer sind eingeladen, sich an den Diskussionen zu beteiligen und können außerdem unter den gezeigten Filmen über ihren Favoriten abstimmen, der am 4.12. noch einmal gezeigt wird. Pauline Krebs

26.11.-2.12., diverse Orte,  www.oneworld-berlin.de


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