ROADMOVIE: Das gelbe Segel

Foto: Arsenal Distribution
Mani Beckmann
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Irgendwo im Nirgendwo von Louisiana. Nach sechs Jahren wird Brett Hanson (William Hurt) aus der Haft entlassen und steht vor dem Nichts. Widerwillig schließt er sich zwei Teenagern an, die auf dem Weg nach Süden sind. Martine (Kristen Stewart) reißt von zu Hause aus, um die Aufmerksamkeit ihres desinteressierten Vater auf sich zu lenken. Ohne Erfolg. Gordy (Eddie Redmayne) ist ein schräger Vogel und Exzentriker, der in Martine verliebt ist, dies aber hinter Manien und Verrücktheiten zu verstecken weiß. Während ihrer Fahrt in Gordys Auto kommen die drei sich näher, mitunter zu nah. Vor allem Brett findet durch das Vertrauen der Teenager wieder zu sich selbst. Er erzählt den beiden von seiner Frau May und wieso er als Totschläger im Gefängnis saß – und stellt sich so der schmerzhaften Vergangenheit. Gleichzeitig wird die Fahrt im klapprigen Ford für alle drei zu einer Chance für die Zukunft, wenn sie sich den Konflikten stellen oder die eigene Schuld akzeptieren …
Geschickt stellt Regisseur Udayan Prasad die Fahrt durch Lousiana in paralleler Erzählung neben Bretts Erinnerungen an seine Frau May, die verlorene Liebe seines Lebens. Sehr feinfühlig werden die Figuren vorgestellt, äußerst glaubwürdig und differenziert erscheinen Brett, Martine und Gordy, wenn sie mit sich selbst und den anderen hadern. Ein anrührender, aber nie gefühlsduseliger Film über das Ende einer Flucht.  Mani Beckmann

„The Yellow Handkerchief“, USA 2008, 96 min, R: Udayan Prasad; D: William Hurt, Kristen Stewart, Eddie Redmayne, Kinostart: 19.11.

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