DRAMA: Helen

Helen hat eigentlich keinen Grund, unglücklich zu sein: Sie hat einen Mann, der sie liebt, eine wundervolle Tochter, viele Freunde, ist erfolgreich in ihrem Job als Musikprofessorin. Eines Nachts trifft sie in einem Übungsraum der Universität eine Studentin namens Mathilda, die immer an der gleichen Stelle eines Stücks versagt und sich in den Misserfolg hineinsteigert. Diese Begegnung löst etwas bei Helen aus, sie fühlt sich tagelang bedrückt und müde, muss plötzlich weinen. Dann der erste Zusammenbruch. Ihr Mann weiß keinen Rat, bringt sie ins Krankenhaus. Ein Psychologe stellt die Diagnose: Depression. Medikamente wirken nicht, und Helen versucht mehrfach, sich das Leben zu nehmen. In dieser Krise trifft sie wieder auf Mathilda, die selbst manisch depressiv ist und als einzige versteht, was in Helen los ist.

Sandra Nettelbeck dokumentiert Helens Leiden intensiv, geht aber nicht weit genug. Die Frau mit Depressionen weint viel, ist launisch und will sich nicht sofort in eine Klinik einweisen lassen. Doch wie verzweifelt ist Helen wirklich? Was bringt sie dazu, ihre Familie zu verlassen? Warum versucht sie, sich das Leben zu nehmen? Helen wird ergreifend gespielt von Ashley Judd, die 2006 selbst an Depression erkrankte. Im Film hat sie unglaubwürdigerweise trotz des vielen Weinens kaum einmal verquollene rote Augen oder strähnige Haare.  Regina Lechner

D 2008, 119 min, R: Sandra Nettelbeck, D: Ashley Judd, Goran Visnjic, Kinostart: 26.11.

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