GENERATIONENKONFLIKT: Das Vaterspiel

Foto: Farbfilm
Marco Frenzel
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Ratz (Helmut Köpping) hat ein Computerspiel entwickelt, bei dem man in immer neuen Variationen seinen Vater umbringen kann. Anreiz lieferte dabei das Verhältnis zum eigenen Papa, dessen erfolgreiche politische Karriere ihn gleichzeitig anwidert und einschüchtert. Als ihn seine ehemalige Studienkollegin Mimi (Sabine Timoteo) bittet, von Wien nach New York zu kommen, willigt er ein in der Hoffnung, sein Spiel auch in den USA verkaufen zu können. Dort angekommen erfährt er, dass er das Versteck von Mimis Großvater im Keller eines Hauses ausbauen soll, der sich dort wegen seiner Nazi-Verbrechen seit Jahrzehnten versteckt hält. Die Annäherung zwischen ihm und Ratz wird zur Auseinandersetzung über die Erblast von Vätern und die Frage nach Schuld und Sühne.

Michael Glawogger („Workingman’s Death“) findet für die komplexe Buchvorlage von Josef Haslinger den richtigen Ton und bewegende Bilder. Wenn Ratz mit seiner vom Vater verlassenen Mutter am trostlosen Küchentisch sitzt, und diese ihm erklärt, nächste Woche einen alkoholfreien Tag zu versuchen, gewährt diese Szene mehr Einblick in eine zerrüttete Familie als lange Dialoge. Glawogger sieht genau hin, ohne alles zu zeigen. Er breitet seine verschlungenen Handlungsstränge vor dem Zuschauer aus und verzichtet dabei auf eine Wertung. Auch wenn dies manchmal zu konstruiert wirkt, bleibt einem diese Studie von Gewissenskonflikten mit trockenem Wiener Humor im Gedächtnis.  Marco Frenzel

D/F/A 2009, 117 min, R: Michael Glawogger, D: Helmut Köpping, Christian Tramitz, Kinostart: 26.11.

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