Dokumentation : Fliegerkosmonauten

Teresa Schomburg
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Sie umkreisten die Erde in kleinen Kapseln, waren sozialistische Helden und in ihren Heimatländern Stars für den Augenblick. Zehn Kosmonauten aus zehn kommunistischen Ländern schickte die Sowjetunion im Rahmen des Programms Interkosmos zwischen 1978 und 1988 ins All. Seither sind die Laufbahnen der Heroen von einst sehr unterschiedlich verlaufen. Einige von ihnen, darunter der vietnamesische und der mongolische Flieger, bekleiden heute noch hohe politische Ämter. Der Rumäne dagegen wurde bis zum Ende des Ceausescu-Regimes in seiner Heimat weitgehend ignoriert, der Afghane musste nach dem Machtwechsel 1992 sein Land verlassen und lebt seither im deutschen Asyl.
Allein vor der großartigen Rechercheleistung muss man tief den Hut ziehen. Denn Marian Kiss ist es gelungen, alle zehn Exflieger rings um den Globus aufzuspüren und vor die Kamera zu bekommen. Und das tut sie mit klug komponierten Bildern, die sie durch Archivmaterial ergänzt, darunter Aufnahmen aus dem All und Propagandafilmchen über die Vorzeigeflieger und ihre selbstredend heilen Familien. Bei der Vielfalt an Geschichten und Geschichte, die es zu erzählen gilt, gerät die Dramaturgie fast zwangsläufig hier und da ins Schlingern. Insgesamt aber gelingt es Kiss souverän und unterhaltsam, alle Flieger zu porträtieren, die historischen Hintergründe ihrer Flüge zu beleuchten, und nebenbei noch ein paar philosophische Fragen anzureißen: Was macht der Flug durchs All mit dem Menschen, was der Ruhm – und was passiert, wenn er verblasst?

D/PL 2009, 88 min, R: Marian Kiss, Kinostart: 21.1., Premiere: 17.1., 16.30 Uhr, Central, 23.1., 18.45 Uhr, Lichtblick-Kino: Screening mit der Regisseurin

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