Melodram : Giulias Verschwinden

Giulia (Corinna Harfouch) wird 50, da kommt frau schon mal ins Grübeln. Auf der Straße gucken die Männer nicht mehr hinterher. Sogar das Spiegelbild im Busfenster scheint zu verschwinden. Und auf ihre Freunde hat Giulia auch keine richtige Lust. Also lässt sie sich auf die Avancen eines charmanten älteren Herrn (Bruno Ganz) ein, anstatt im Nobelrestaurant zu feiern. Dort sitzen nun ihre Bekannten, sie reden und streiten viel übers Altern, über Falten und Beziehungen.
Dies sind nur zwei der Erzählstränge, die der in der Schweiz gefeierte Regisseur Christoph Schaub nach einer Vorlage von Martin Suter („Lila, lila“) zu einem wohltuend fließenden Ganzen verbunden hat. Mit viel Handkamera und einer zu Beginn irritierenden, dann aber heimelig wirkenden Beiläufigkeit führt er uns neben zwei jungen Ladendiebinnen auch Leonie (Christine Schorn) vor. Die feiert im Heim ihren 80. und hat keine Lust, sich zu verstellen und gute Miene zum oberflächlichen Spiel zu machen. Ein in Hochdeutsch gedrehter, kluger Film aus der Schweiz, der viel über das Leben und über das Altern erzählt. Kino für Erwachsene, im besten Sinne des Wortes. 

CH 2009, 87 min, R: Christoph Schaub, D: Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Christine Schorn, Kinostart: 4.2.

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